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Panorama Verdacht auf Norovirus-Erkrankungen auf Kreuzfahrtschiff
Nachrichten Panorama Verdacht auf Norovirus-Erkrankungen auf Kreuzfahrtschiff
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18:34 07.07.2009
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Das Virus unter dem Mikroskop. Quelle: Robert Koch-Institut/afp
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54 britische Passagiere und 21 Crewmitglieder an Bord der an der schottischen Küste liegenden "Marco Polo" litten an starkem Durchfall und Erbrechen, teilte der Bremer Veranstalter Transocean Tours mit. Zwei Reisende kamen den britischen Gesundheitsbehörden zufolge ins Krankenhaus.

Der staatliche britische Gesundheitsdienst NHS sprach von insgesamt 150 Menschen an Bord, bei denen der Verdacht auf eine Norovirus-Infektion bestehe. Ein Sprecher des Reiseveranstalters sagte in Bremen, gemeinsam mit den Behörden würden diverse Maßnahmen an Bord ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Als Beispiele nannte er Kabine-Hygienepläne sowie die Schließung der Selbstbedienungsrestaurants. Auch würden die Busse für die Landausflüge der Passagiere vor und nach jeder Tour speziell gereinigt und desinfiziert.

Die "Marco Polo" werde voraussichtlich einen Tag länger im schottischen Invergordon ankern als geplant, um zusätzliches geschultes Personal an Bord zu holen, sagte der Sprecher von Transocean Tours. Das Schiff stehe aber nicht unter Quarantäne. Mit 769 britischen Passagieren und 340 Besatzungsmitgliedern an Bord befinde es sich derzeit auf einer Reise rund um Großbritannien.

Nach Angaben von Transocean Tours gab es auch einen Todesfall an Bord. Dieser stehe aber nicht im Zusammenhang mit dem Norovirus, sagte der Sprecher. Vielmehr sei der 74-jährige Engländer schwer lungen- und herzkrank gewesen und einem Herzinfarkt erlegen.

Das Norovirus zählt zu den häufigsten Erregern infektiöser Magen-Darm-Erkrankungen. Kinder im Alter unter fünf Jahren und ältere Menschen sind besonders stark betroffen. Deshalb gibt es immer wieder akute Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäusern oder Altenheimen. Die Viren verursachen Erbrechen, starke Durchfälle und führen zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust. Übertragen wird das Virus hauptsächlich über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über verseuchte Flächen wie Waschbecken, Toiletten und Türgriffe, aber auch über Lebensmittel.

afp