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Panorama Verstümmelter Bordellchef: Lebenslange Haftstrafe
Nachrichten Panorama Verstümmelter Bordellchef: Lebenslange Haftstrafe
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12:33 12.01.2011
Quelle: dpa (Archiv)
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Für den Mord an einem Bordellchef muss ein 28-Jähriger aus dem Landkreis Goslar lebenslang ins Gefängnis. Der Angeklagte habe gemeinsam mit seinem Vater den 35-Jährigen im Streit erstochen, urteilte das Braunschweiger Landgericht am Mittwoch. Anschließend hatte der heute 49 Jahre alte Fleischermeister den Toten verstümmelt und die Leichenteile in die Okertalsperre im Harz geworfen. Der Vater war 2007 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Hintergrund der Tat war ein Streit um 300.000 Euro. Der Schlachter hatte dem Opfer das Geld als Beteiligung an einem Bordell gegeben und auf Rache gesonnen, als der erhoffte Profit ausblieb. Um den mutmaßlichen Betrüger zur Herausgabe des Betrags zu zwingen, hatte er den 35-Jährigen in seinem Betrieb gelockt. Dort wollte er das Opfer mit Hilfe seines Sohnes foltern.

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Der jetzt Verurteilte hatte während der Verhandlung eingeräumt, dem Opfer auf den Kopf geschlagen zu haben. Er sei aber aus dem Raum gegangen, nachdem sein Vater den 35-Jährigen angeschossen habe. „Diese Behauptung ist lebensfremd und unglaubhaft“, sagte Richter Joachim Lehngut in der Urteilsverkündung. Der 28-Jährige habe wohl zunächst keine Tötungsabsichten gehabt, dann aber mit dem Mord die Misshandlung des Sexclub-Betreibers vertuschen wollen. Deshalb habe er seinem Vater auch geholfen, die Leichenteile zu beseitigen. „Es war eine abscheuliche, menschenverachtende Tat“, erklärte Lehngut.

Bereits kurz nach der Entdeckung der Leichenteile war der Schlachter verhaftet worden. Auch sein Sohn geriet schon damals unter Verdacht. Die Indizien reichten aber nicht für eine Anklage gegen den jungen Mann aus. Dazu kam es erst im vergangenen Jahr, nachdem neue Hinweise auf die Schuld des 28-Jährigen aufgetaucht waren.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Ein mitangeklagter 38 Jahre alter früherer Bordelltürsteher wurde zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Beihilfe zur Körperverletzung verurteilt. Der Mann hatte gestanden, dass er am Tatabend als Verstärkung für Vater und Sohn in der Fleischerei gewesen sei. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts das Gebäude jedoch vor dem Mord verlassen.

dpa