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Nachrichten Panorama Viele Anrufe, keine heiße Spur
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17:48 09.12.2011
Die Polizei hat bisher viele Hinweise auf den Vater von Souzan bekommen, jedoch fehlt immernoch eine heiße Spur.
Die Polizei hat bisher viele Hinweise auf den Vater von Souzan bekommen, jedoch fehlt immernoch eine heiße Spur. Quelle: dpa
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Stolzenau

Bis zum Freitagnachmittag waren gut 50 Anrufe bei der Mordkommission eingegangen. Hinweisgeber aus ganz Deutschland wollen den 35-Jährigen gesehen haben, sagte eine Polizeisprecherin in Nienburg.

Seit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung nach dem mutmaßlichen Tochter-Mörder von Stolzenau (Kreis Nienburg) erhält die Polizei immer neue Hinweise. Bis zum Freitagnachmittag waren gut 50 Anrufe bei der Mordkommission eingegangen. Hinweisgeber aus ganz Deutschland wollen den 35-Jährigen gesehen haben, sagte eine Polizeisprecherin in Nienburg. Eine heiße Spur gebe es aber nicht. „Wir haben derzeit überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür, wo sich der Mann aufhält." Der aus dem Irak stammende Familienvater hatte am Montag seine 13-jährige Tochter erschossen. Seither ist er auf der Flucht. Die Öffentlichkeitsfahndung hatte am Donnerstag begonnen.
 Auslöser der Bluttat könnte das Vorhaben des Landkreises Nienburg gewesen sein, den Eltern das Sorgerecht für das Mädchen zu entziehen. Zunächst habe sich die 13-Jährige mit Zustimmung der Eltern in der Obhut des Jugendamtes befunden, sagte ein Kreissprecher. Nachdem sie diese Zustimmung jetzt zurückgezogen hätten, habe das Amt beim Gericht den Entzug des Sorgerechts beantragt. Die 13-Jährige war nach Streitereien vor einem halben Jahr aus dem Elternhaus in das Heim gezogen und hatte sich geweigert, zu ihrer Familie zurückzukehren.
 Die Polizei geht davon aus, dass der Vater das Mädchen geplant getötet hat. Ob von dem Mann auch nach den tödlichen Schüssen auf die Tochter noch eine Gefahr ausgehe, sei schwer zu beurteilen, sagte die Polizeisprecherin. Es gebe allerdings keine Anhaltspunkte, dass er weitere Straftaten plane. Zusammen mit seiner Ehefrau hat der 35-Jährige noch drei jüngere Söhne.

Nach Polizeiangaben hatte der Mann seine Tochter in der Vergangenheit geschlagen. Laut Medienberichten hat der 35-Jährige ein traditionelles Frauenbild und sehr konservative Vorstellungen von der Rolle einer Tochter. Die Familie jesidischen Glaubens stammt aus dem Irak und war im Jahr 2008 in den Kreis Nienburg gekommen.

dpa