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Panorama WHO: Cholera-Gefahr für Flutopfer in Pakistan
Nachrichten Panorama WHO: Cholera-Gefahr für Flutopfer in Pakistan
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16:07 03.08.2010
Die Not ist groß in Pakistan: In Peschawar in Pakistans Nordwesten standen Flutopfer stundenlang für eine Mahlzeit an.
Die Not ist groß in Pakistan: In Peschawar im Nordwesten des Landes standen Flutopfer stundenlang für eine Mahlzeit an. Quelle: ap
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Das Ausmaß der Durchfall-Erkrankungen sei in den überschwemmten Bezirken aber „ernst genug“.

Bis zum Montagabend seien landesweit medizinische Hilfspakete verteilt worden, die für die Behandlung von 200 000 Patienten über einen Monat ausreichen. „Mehrere Tonnen Medikamente müssen ersetzt werden“, hieß es mit Blick auf die vielerorts überfluteten Depots.

Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef leiden inzwischen bis zu 3,2 Millionen Menschen unter den heftigsten Überflutungen in der Region seit 80 Jahren. „Vorläufige Angaben der pakistanischen Regierung legen nahe, dass davon auch 1,4 Millionen Kinder betroffen sind“, sagte ein Sprecher in der Genfer UN-Vertretung. Die größte Gefahr sei weiter der Ausbruch von Seuchen. In einem der Bezirke seien bereits 80 Prozent aller Trinkwasserbrunnen zerstört.

Auch das Welternährungsprogramm der UN entsandte zahlreiche Helfer in das Katastrophengebiet. Etwa 700 000 Menschen seien auf Nahrungsmittelrationen angewiesen, sagte eine Mitarbeiterin.

Die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks, Melissa Fleming, wies auf die besonders dramatische Lage von Vertriebenen im Grenzgebiet zu Afghanistan hin: „Diese Menschen werden doppelt bestraft.“ Berichte, wonach Taliban-Anhänger das Flut-Chaos zur Anstiftung von Unruhen ausnutzen, konnte sie nicht bestätigen. Im Nordosten Afghanistans haben die Wassermassen ebenfalls mehr als 4000 Häuser zerstört.

dpa