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Panorama Wälder und Moore brennen – Wetterdienst warnt vor Dürresommer
Nachrichten Panorama Wälder und Moore brennen – Wetterdienst warnt vor Dürresommer
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11:51 24.04.2019
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand im Norden Brandenburgs. Quelle: picture alliance/dpa
Saalfeld

Der große Waldbrand am Bleiloch-Stausee in Südostthüringen ist noch immer nicht gelöscht. „Immer wieder gibt es Glutnester, die der Wind weiter anfacht“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums am Mittwochmorgen.

Wegen des Brandes in einem steilen Waldgelände hatte der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), am Dienstagnachmittag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Feuerwehrleute hatten den Brand bis dahin nicht in den Griff bekommen, wie das Landratsamt mitgeteilt hatte. Es würden Einsatzkräfte von außerhalb des Saale-Orla-Kreises benötigt. Die in der Region verfügbaren Feuerwehrleute waren wegen der langen Einsatzzeit erschöpft.

Das Feuer an dem aufgestauten See der Saale war erstmals am Ostersonntag auf 2000 Quadratmeter Fläche ausgebrochen und am Montagnachmittag zunächst gelöscht gewesen. Wind fachte den Brand am Dienstag wieder an.

Zwei Moorbrände in Niedersachsen

In Niedersachsen brachen am Ostermontag gleich zwei Moorbrände aus. In Goldenstedt bei Vechta war eine Fläche von mehreren Hektar betroffen. „Das Schadensgebiet hat eine Ausdehnung von rund 60 Hektar, ist aber nicht in Gänze niedergebrannt“, sagte am Dienstagabend ein Sprecher des Landkreises Vechta. Aktuell seien noch rund 250 Rettungskräfte vor Ort im Einsatz. Der Brand im Moorgebiet Gildehauser Venn bei Bad Bentheim konnte am Montag gelöscht werden. Zwischenzeitlich brannte es laut Feuerwehr auf rund 30 Hektar Fläche, was etwa 42 Fußballfeldern entspricht.

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Sandsturm wütet in Brandenburg

Ein anderes Wetterextrem bekamen die Einwohner von Tieckow in Brandenburg zu spüren: Dort wütete am Dienstag ein Sandsturm. Der Staub nahm den Menschen die Luft zum Atmen. Wer konnte, brachte sich in Sicherheit, berichtet die „Märkische Allgemeine Zeitung“.Parkende Autos seien binnen weniger Minuten von einer dicken Sandschicht bedeckt gewesen. Das Tageslicht sei von dem ungewöhnlichen Unwetter regelrecht verschluckt worden. An mehreren Orten hätten sich brachliegende Felder in regelrechte Sandwüsten verwandelt. Hinzu kommt der Sahara Staub, der nach Mitteleuropa getragen wird und die Sonne milchig erscheinen lässt.

Waldbrandgefahr ist höher als im Vorjahr

Die Gefahr von Waldbränden ist höher als im Vorjahr. „Wir sind in diesem Frühjahr trockener gestartet als 2018“, sagte Landesforstensprecher Mathias Aßmann. Die Waldbrandzentrale in Lüneburg ist seit Anfang März ab Warnstufe 3 besetzt. „Das war seitdem an 17 Tagen der Fall“, wie Aßmann sagte. „Insgesamt wurden 43 Brände gemeldet. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 40 Brände.“ Dabei sei es nicht nur um Waldbrände gegangen.

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„Ursache sind die trockenen Pflanzenreste des vergangenen Jahres“, erklärte Aßmann. „Das frische Grün kommt erst noch“. Wie ein Fön trockne der Wind altes Gras und Blätter und könne auch zu einer raschen Ausbreitung eines Feuers beitragen. Wichtige Faktoren bei der Waldbrandgefahr seien deshalb Wind und Trockenheit, die Temperaturen spielten nur eine nachgeordnete Rolle. Angesichts der Brandgefahr sei es derzeit mehr als fahrlässig, in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren, warnte Aßmann. Aus dem Auto geworfene Zigarettenkippen könnten zu Feuern an Böschungen führen.

Wetterexperten warnen vor Dürresommer

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) steuert Deutschland auf einen weiteren Dürresommer zu. „Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden“, sagt der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch, in Offenbach. Zum Beginn der Vegetationsperiode seien die Böden in vielen Regionen deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt - und sogar trockener als im April des vergangenen Jahres.

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Damals konnten Pflanzen und Bäume mit langen Wurzeln noch die Feuchtigkeit aus tiefen Bodenschichten ziehen und kamen so gut über die Trockenheit hinweg. Diese Wasserspeicher seien in diesem Jahr jedoch „weit weniger gut gefüllt“. Ein Dürresommer würde daher nicht nur die Landwirtschaft erneut hart treffen, sondern dieses Mal auch die Forstwirtschaft, schätzt der DWD.

Besonders betroffen sind die östlichen Bundesländer - vor allem Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort ist die Bodenfeuchte bereits so niedrig wie im Juli 2018. Selbst wenn es noch viel regnen sollte, bleibt sie den Schätzungen zufolge bis in den Sommer hinein unter dem vieljährigen Mittelwert. „Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr“, sagt Busch.

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Von RND/dpa

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