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Panorama SEK-Einsatz im Mordfall Lübcke? Wangerooge-Fähre stundenlang durchsucht
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Wangerooge-Fähre stundenlang durchsucht: SEK-Einsatz lässt Fragen offen

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09:57 11.06.2019
Eine Fähre, die zwischen Harlesiel und Wangerooge verkehrt, wurde am Samstag durchsucht. Quelle: Ingo Wagner/dpa
Wilhelmshaven/Harlesiel

Ein groß angelegter Polizeieinsatz hat das Ablegen mehrerer Fähren mit Pfingsturlaubern auf die Nordseeinsel Wangerooge verhindert. Der Schiffsverkehr zwischen Harlesiel im Kreis Wittmund und der Insel Wangerooge kam am Samstag für Stunden zum Erliegen.

Wie die Polizei in Wilhemshaven am späten Abend mitteilte, konnten zwei Fähren wegen des Polizeieinsatzes nicht ablegen. Zu den Hintergründen der Durchsuchung machten die Beamten „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben. Der Einsatz habe für ein anderes Bundesland stattgefunden, hieß es lediglich.

Der Auftrag kam aus Hessen

Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung suchte ein Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamts Niedersachsen im Auftrag hessischer Polizeibehörden nach einem Verdächtigen. Das nährt Vermutungen, wonach der SEK-Einsatz in Zusammenhang mit den Ermittlungen im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke stand. Der Politiker war in der Nacht zum 2. Juni mit einer Schussverletzung am Kopf auf der Terrasse seines Hauses in Wolfshagen bei Kassel in Hessen gefunden worden. Den Ermittlungen zufolge wurde der CDU-Politiker mit einer Kleinkaliberwaffe aus nächster Nähe erschossen. Die Hintergründe der Tat sind unklar.

Ebenfalls am Samstag erklärte die Staatsanwaltschaft in Kassel, dass im Zuge der Lübcke-Ermittlungen ein Mann in Gewahrsam genommen und bis in die späten Abendstunden befragt worden sei. Für eine Tatbeteiligung habe es jedoch keine Anhaltspunkt gegeben, teilten die Ermittler dann am Sonntag mit. „Aus diesem Grund wurde er heute in den frühen Morgenstunden wieder entlassen.“

Nach Informationen der „Bild“ sollen am Samstag zwei Männer und eine Ffrau abgeführt worden sein. Es soll sich dabei um den Sanitäter, der als erster am Tatort bei Walter Lübcke war, und seine Eltern gehandelt haben. Der Sanitäter sei laut dem Bericht ein Freund von Lübckes Sohn und fiel mit einem „merkwürdigen Nachtatverhalten“ auf: Er soll vor dem Eintreffen der Polizei versucht haben, Blutspuren auf der Terrasse des Einfamilienhauses verschwinden zu lassen. Allerdings seien bei dem Mann keine Schmauchspuren gefunden worden.

Dreistündiger SEK-Einsatz

Viele Touristen, die das Pfingstwochenende für einen Kurzurlaub auf Wangerooge nutzen wollten, mussten sich während der stundenlangen Durchsuchung gedulden. Zeugen zufolge dauerte der Polizeieinsatz von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Erst danach durften die Passagiere wieder an Bord. Einige berichteten beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Passagiere eines der Schiffe verlassen musste. Zuvor habe es Durchsagen gegeben, dass sich die Abfahrt „aus betrieblichen Gründen“ verzögern werde. Urlauber beschwerten sich über fehlende Informationen. Gegen 18 Uhr fuhren die Fähren wieder und brachten die Urlauber in Richtung Insel.

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