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Panorama Warnung vor Blitzeis im Norden
Nachrichten Panorama Warnung vor Blitzeis im Norden
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21:48 30.12.2010
Quelle: dpa
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Autofahrer: Wie weit die Glatteiszone im Norden der Republik reichen wird und ab wo der Regen in weniger gefährlichen Schnee übergeht, war am Donnerstagnachmittag noch unklar. Der DWD empfahl Reisenden, sich auf der Internetseite www.dwd.de über die aktuelle Warnlage informieren. Der Autoclub Europa (ACE) bekräftigte dies: „Autofahrer sollten ihre Fahrzeiten möglichst nach den Wetterwarnungen ausrichten, denn auf spiegelglatten Straßen ist ein Auto auch mit Winterreifen nicht mehr beherrschbar“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner.

Die Bahn meldete Zugausfälle vor allem auf der Strecke von Frankfurt am Main nach Paris. Die Situation werde noch bis 3. Januar anhalten, sagte eine Bahnsprecherin und begründete dies mit einer „eingeschränkten Fahrzeugverfügbarkeit“. Auch im Großraum Berlin gab es am Morgen wieder erhebliche Störungen. Unterdessen sicherte Bahnsprecher Achim Stauß zu, dass sich die Bahn im kommenden Winter besser auf Eis und Schnee vorbereiten werde. Bereits in diesem Jahr habe die Bahn Züge im Ausland angemietet, allerdings sei das Angebot jetzt erschöpft.

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Mit Blick auf die zahlreichen Zugausfälle forderte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eine bessere Finanzierung der Bahn. Der Bund solle deshalb auf die ab 2011 geplante Bahn-Dividende von 500 Millionen Euro pro Jahr verzichten, die dann in die Infrastruktur gesteckt werden könnten, erklärte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner am Donnerstag in Berlin. Dies forderte auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, der Grünen-Politiker Winfried Hermann. Der Bahn solle das Geld in das Schienennetz investieren, sagte Hermann dem Rundfunksender WDR 5. Dem Sender zufolge erreichte die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Bahn am zweiten Weihnachtsfeiertag einen historisch schlechten Wert. Nur 20 Prozent der Züge kamen planmäßig an ihr Ziel.

Mit den Winterproblemen auf Straßen, Flughäfen und bei der Bahn wird sich der Verkehrsausschuss des Bundestages am 19. Januar befassen. Es sollten Maßnahmen beraten werden, wie vergleichbares Winterchaos künftig vermieden werden kann, kündigte Hermann an. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) habe angeboten, bis dahin einen Bericht vorzulegen.

Temperaturen: Der Winter war aus Meteorologensicht bislang zu kalt. Nach Angaben des Deutschem Wetterdiensts erlebte Deutschland den kältesten Dezember seit 1969. Die bundesweit tiefste Temperatur meldete demnach Bad Königshofen in Unterfranken am 26. Dezember mit minus 24 Grad Celsius. Aber auch der Niederschlag übertraf im Dezember mit rund 84 Litern pro Quadratmeter den Durchschnittswert um 20 Prozent. Am Flughafen in Frankfurt summierte sich die Neuschneemenge im gesamten Monat auf 59 Zentimeter. Das gab es dort seit Aufzeichnungsbeginn noch nie.

Autofahrer müssen sich nach der Schmelze von Schnee und Eis auf Schlaglöcher gefasst machen. ADAC-Expertin Wiebke Thormann erwartet, dass bundesweit „im Frühjahr jede zweite kommunale Straße kaputt sein dürfte“.

afp

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