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Panorama Winter lähmt Verkehr in Europa
Nachrichten Panorama Winter lähmt Verkehr in Europa
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14:47 19.12.2010
Quelle: dpa
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Kurz vor Weihnachten lähmen Schnee und Eis immer stärker den Flug- und Bahnverkehr in Europa. Tausende Reisende mussten am Wochenende auf Flughäfen unter widrigen Bedingungen campieren, weil ihre Flüge ausfielen oder sich um viele Stunden verspäteten. Augenzeugen berichteten von teils chaotischen Zuständen. Am Drehkreuz Frankfurt am Main kam es zu Tumulten, bei denen die Polizei einschreiten musste. „Die Flugpläne sind völlig durcheinander“, sagte eine Flughafen-Sprecherin. Entspannung ist nicht in Sicht, da weitere Schneefälle erwartet werden.

Am Sonntag wurden in Frankfurt bis zum Mittag 510 von gut 1300 Flügen gestrichen. Tausende Fluggäste stauten sich in den beiden völlig überfüllten Terminals. Ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport bezeichnete die Lage aber als „insgesamt geordneter“ als noch am Samstag. Denn da waren in der endlos langen Schlange vor der Gepäckabfertigung die Nerven blankgelegen: Als frisch angekommene Fluggäste versuchten, eine neue Schlange für aktuelle Flüge zu bilden, sahen einige seit Stunden festsitzende Menschen laut Augenzeugen rot. Nach tumultartigen Szenen ging die Polizei dazwischen.

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In einer ungewöhnlichen Aktion riet derweil die Deutsche Bahn von Zugreisen an diesem Sonntagnachmittag eher ab. Wegen der schwierigen Straßenverhältnisse und der vielen Flugausfälle sei „Kapazitätsengpässen“ zu rechnen, teilte das Unternehmen mit. Für den Nachmittag geplante Reisen sollten, wenn möglich, auf „weniger nachgefragte Zeiten“ verschoben werden. Das seien vor allem die „Tagesrandlagen“ abends oder morgens, sagte ein Bahnsprecher der dpa. Reisende müssten weiter mit verspäteten und ausfallenden Zügen rechnen.

Wenig Hoffnung auf Besserung machte der Deutsche Wetterdienst (DWD): Auch in den kommenden Tagen soll es weiter kräftig schneien, von Süden rückt aber mildere Luft heran. Die wärmere Front werde voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag Flensburg erreichen. Der Schnee könne zunehmend in Regen übergehen und auf den frostigen Straßen gefrieren. „Also wenig Vergnügen für Autofahrer in den betroffenen Gebieten“, warnten die Meteorologen.

Besonders schwer getroffen ist Europas größter Passagierflughafen London-Heathrow, der nach starken Schneefällen bis zum Montag weitgehend geschlossen wurde. Tausende Passagiere saßen fest. Die Schließung des Drehkreuzes in London hatte Auswirkungen auf viele Fluggäste aus aller Welt, die von Heathrow nicht mehr weiterkamen oder gar nicht erst starten konnten.

So bereiteten sich in Brüssel 1500 Passagiere auf eine zweite Nacht im Terminal vor, weil ihre Anschlussflüge nicht starteten. In Heathrow selbst schliefen die Fluggäste teils unter Isolierfolien im Transitbereich. Am Montag sollte aber hier wieder der Normalbetrieb aufgenommen werden.

Auch auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle sorgten Schnee und Eis für zahlreiche Ausfälle und Verspätungen. Am Morgen seien alle vier Pisten für eine gute Stunde gesperrt gewesen, um Schnee zu räumen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Am frühen Vormittag waren zwei Start- und Landebahnen wieder benutzbar. Die Behörden empfahlen den Fluggesellschaften, ein Viertel der Flüge am Sonntag zu streichen. Am Samstag waren etwa 5000 Passagiere wegen des Winterwetters von London nach Paris umgeleitet worden. Mehrere Hundert von ihnen verbrachten die Nacht auf dem Flughafen.

Auch der Flughafen in München hat nach zahlreichen Annullierungen in den vergangenen weiterhin mit dem Schnee zu kämpfen. Wegen der Räumungsarbeiten war der Betrieb bereits am Sonntagmorgen eingeschränkt. Rund 50 Flüge wurden gestrichen.

In Hamburg fielen 40 Flüge aus. Im Laufe des Tages werden noch mehr Ausfälle erwartet, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Vor allem die Flüge aus und zu den verschneiten Flughäfen von London, Paris, Amsterdam und Frankfurt wurden gestrichen.

Der Flughafen in Hannover-Langenhagen wurde am Sonntagmorgen für eine Stunde geschlossen, um die Landebahn vom Schnee zu befreien. Es gebe einige Verspätungen, aber kein Chaos, sagte ein Sprecher.

In Frankfurt am Main sollen zusätzliches Servicepersonal und bessere Informationen für die Passagiere helfen, die Lage zu entspannen. Die Lufthansa hatte am Samstag einen Sonderflugplan in Kraft gesetzt, auch andere Fluglinien strichen nach Angaben des Fraport-Sprechers vorsorglich etliche Flüge, „damit Passagiere früher Klarheit haben“.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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