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Panorama Winter stürzt Reiseverkehr in Europa ins Chaos
Nachrichten Panorama Winter stürzt Reiseverkehr in Europa ins Chaos
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22:53 19.12.2010
Von Alexander Dahl
Am überfüllten Hauptbahnhof Hannover drängen sich am Sonntag Reisende in eine S-Bahn zum Flughafen. Aber nicht immer startete dort der erwartete Flug. Quelle: Nico Herzog
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Auf den Flughäfen in Frankfurt, London, Rom und Paris saßen seit Freitagabend zahllose Passagiere fest, weil Hunderte Flüge gestrichen wurden. Die Deutsche Bahn warnte am Sonntag vor Zugausfällen im Nah- und Fernverkehr und bat Fahrgäste, nur in „dringenden Fällen“ zu reisen. „Solange sich das Wetter nicht ändert, müssen Bahnreisende auch weiterhin mit Verspätungen rechnen“, sagte eine Bahnsprecherin.

Viele Fluggäste wollten gestern auf die Bahn umsteigen und verursachten so „teilweise erhebliche Verspätungen“. Allein am Frankfurter Flughafen musste etwa ein Drittel der 1300 täglichen Starts annulliert werden. In den mehrere Hundert Meter langen Warteschlangen kam es mitunter zu tumultartigen Szenen, die von der Polizei geschlichtet werden mussten. Für etwa 1000 gestrandete Passagiere wurden Feldbetten aufgestellt. Die Lande- und Startbahnen seien geräumt, man bekomme aber die Schließung anderer europäischer Flughäfen zu spüren, sagte ein Flughafen-Sprecher. Von Flugausfällen sind daher auch überwiegend europäische Reiseziele betroffen, weniger die transkontinentalen.

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In London mussten Flugreisende unter Isolierfolie auf Feldbetten im Airport Heathrow nächtigen. In Paris verbrachten etwa 5000 gestrandete Passagiere Nächte im Terminal. Der Flughafen Hannover musste am Sonntag nach Schneefällen für eine Stunde geschlossen werden; auch dort gab es viele Flugausfälle. Mit einer Entspannung rechnen die Luftfahrtgesellschaften nicht, da weiterer Schnee angekündigt ist. Die Lufthansa strich daher viele innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen. Flugtickets werde man kostenfrei erstatten, so ein Sprecher – und empfahl ein Ausweichen auf die Bahn.

Die jedoch war am Sonntag total überlastet. Im Fernverkehr gab es Verspätungen von bis zu zwei Stunden; zahllose Züge fielen ganz aus. Die Bahn sprach von „witterungsbedingten Kapazitätsengpässen“. Manche Züge waren derart überfüllt, dass Reisende gebeten wurden, wieder auszusteigen. Zudem kämpft die Bahn auch technisch mit dem Winter: Weil bei hohem Tempo von den Zugunterseiten herabfallende Eisklumpen Gleisschotter aufwirbeln und die Waggons beschädigen könnte, wurde die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 200 begrenzt, auf manchen Strecken gar auf 160. Dies führt gerade bei den ICE-Verbindungen zu weiteren Verspätungen.

Am Hauptbahnhof in Hannover war gestern fast jeder Zug verspätet; mitunter um mehrere Stunden. Die Informationsschalter waren völlig überlastet. Auch die Bahn nimmt noch bis Weihnachten kostenfrei Fahrkarten zurück.

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