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Panorama Winterreifen ab Samstag Pflicht - Wetterdienst warnt vor Eisregen
Nachrichten Panorama Winterreifen ab Samstag Pflicht - Wetterdienst warnt vor Eisregen
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19:27 03.12.2010
Am Samstag sind bei winterlichem Wetter Reifen mit dem M+S-Kennzeichnung Pflicht. Quelle: dpa
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Winterreifen sind von Samstag an Pflicht - passend zum nächsten Glättechaos. Nach kurzer Atempause drohe auf Deutschlands Straßen am Wochenende gefährlicher Eisregen, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die lange erwartete Winterreifenpflicht wurde am Freitag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Demnach müssen ab dem Wochenende bei Schnee, Eis und Matsch alle Autos Winter- oder Allwetterreifen mit dem Matsch- und Schneesymbol haben.

Wegen des heftigen Wintereinbruchs sind die Reifen allerdings vielerorts ausverkauft. Wer auf glatten Straßen mit Sommerreifen erwischt wird, muss dennoch 40 Euro zahlen. Behindert der Fahrer wegen seiner unpassenden Reifen auch noch den Verkehr, werden 80 Euro fällig. Umfragen zufolge haben rund 90 Prozent der Autofahrer Winterreifen.

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Am Freitag hatte sich die Lage in den meisten Regionen Deutschlands zunächst beruhigt. Zwar war es am Morgen häufig noch glatt, es gab aber deutlich weniger Unfälle und Staus. „Das Chaos ist weg“, „Der Verkehr läuft im Großen und Ganzen“, „Die Straßen sind geräumt“, teilten die Straßenmeistereien mit. Auch der Zug- und Flugverkehr lief wieder weitgehend rund.

Wohl erstmals in diesem Winter erfror ein Mensch. Der 62-Jährige war am Donnerstag in Sachsen-Anhalt vor einer Sparkasse im Schnee gefunden worden. In Niedersachsen gab es erneut Chaos auf den Straßen, vor allem auf der Autobahn 2 bei Braunschweig und bei Hannover krachte es immer wieder. Mehrfach stellten sich Lastwagen quer. „Die Kollegen sind im Dauereinsatz“, sagte eine Sprecherin. Teilweise staute sich der Verkehr fast 30 Kilometer weit.

Die Deutsche Bahn meldete am Freitag noch einige Zugausfälle und Verspätungen im Nah- und Fernverkehr - am Vortag hatten noch Hunderte Reisende auf Bahnhöfen übernachten müssen. Bis zum Montag können sich sich Kunden ihre Bahntickets erstatten lassen, wenn sie wegen des Wetters lieber nicht reisen wollen - ohne die sonst übliche Gebühr von 15 Euro. Es könne am Wochenende erneut zu Verspätungen und Ausfällen im Nah- und Fernverkehr kommen, hieß es bei der Bahn.

Probleme gab es auch noch im Zugverkehr vom europäischen Kontinent nach London. Bei den Eurostar-Hochgeschwindigkeitszügen gebe es noch bis Sonntag Behinderungen, hieß es bei dem Unternehmen. Der Flughafen Gatwick öffnete wieder für den regulären Flugverkehr. Allerdings sei weiter mit Verspätungen zu rechnen, sagte ein Sprecher.

In Polen erfroren bis zum Morgen erneut 12 Menschen, seit Beginn der Woche gab es damit rund 30 Kältetote. In der Nacht zum Freitag mussten zudem rund 150 000 Menschen im schlesischen Czestochowa (Tschenstochau) ohne Heizung ausharren - bei Temperaturen von minus zehn Grad. Eine Wärmeleitung war gebrochen. In Frankreich rauschte der Stromverbrauch in die Höhe, weil immer mehr Menschen mit Elektroöfen gegen die ungewöhnliche Kälte im Land anheizten.

dpa