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Panorama Wirtschaftskrise führt die Deutschen auf den Campingplatz
Nachrichten Panorama Wirtschaftskrise führt die Deutschen auf den Campingplatz
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22:02 10.08.2009
Von Dirk Schmaler
Zurück in die Zelte. In der Krise machen die Deutschen lieber Urlaub im eigenen Land. Quelle: Julia Sellner
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Dabei schauen die Reisenden offenbar häufiger auf die Kosten. Anstatt sich im Hotel bedienen zu lassen, fahren sie vermehrt auf Campingplätze oder in Ferienhäuser und versorgen sich preisgünstig selbst.

Während die Anzahl der Hotelübernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent zurückging, verbuchten die Campinganbieter nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2009 trotz Krise Zuwächse in Höhe von zwei Prozent. 43,1 Millionen Übernachtungen wurden gezählt.

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Gerade im hohen Norden ist die Krisen-und-Klappstuhl-Variante von Urlaub und Freiheit in diesem Jahr gefragt. „An der Küste gibt es kaum noch freie Zeltplätze“, sagt Friedrich-Wilhelm Meinecke vom Verband der Campingplatz-Unternehmer in Niedersachsen. Aber auch auf Campingplätzen im Binnenland verzeichne der Verband noch fünf bis acht Prozent Besucher mehr als noch vor einem Jahr. Vermehrt sehe man Gäste, die in diesem Jahr erstmals mit ihrer Familie auf dem Campingplatz Urlaub machten, erzählt Meinecke. „Wir haben viele, die das Campen gerade erst entdecken.“

Der Tourismus in Niedersachsen profitiert offenbar von dem Trend zum Inlandsurlaub, nicht nur die Campingplätze. Gerade die Nordseeküste ist für viele Familien eine Alternative zum Auslandsurlaub. „Niedersachsen geht es da besser als dem Bundesdurchschnitt“, sagt Carolin Ruh, Geschäftsführerin von Tourismus-Marketing Niedersachsen. Dies liege auch an der Treue der Niedersachsen. Bis zu 30 Prozent der Urlauber in Niedersachsen stammten aus Niedersachsen. „Viele machen Urlaub im eigenen Land.“ Auch Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer vom niedersächsischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, ist zufrieden mit der Entwicklung. „Wir können uns in diesem Sommer nicht beschweren“, sagt er.

Die Übernachtungszahlen an der Küste seien stabil, im touristisch problematischen Westharz und in der Lüneburger Heide sei es bisher besser gelaufen als im Vorjahr. „Nur in der Großstadtgastronomie und -hotellerie ist die Krise deutlich erkennbar“, sagt der Dehoga-Chef. Gerade Geschäftsreisende blieben in Krisenzeiten zu Hause. Im Gegensatz zum guten Geschäft mit deutschen Urlaubern sind die ausländischen Touristen in Deutschland vielfach ausgeblieben. Insgesamt habe es im Juni acht Prozent weniger Übernachtungen ausländischer Gäste gegeben, nämlich 4,8 Millionen, haben die Statistiker herausgefunden.