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Panorama Zahlreiche Glätteunfälle - Schlitten teilweise ausverkauft
Nachrichten Panorama Zahlreiche Glätteunfälle - Schlitten teilweise ausverkauft
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17:56 21.12.2010
Schlitten sind wegen des frühen Wintereinbruchs sehr beliebt. Quelle: Kristoffer Finn (Archiv)
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Der andauernde Schneefall in Niedersachsen freut offenbar vor allem die Wintersportler im Land. In manchen Geschäften seien Skier und Schlitten bereits ausverkauft, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes, Hans-Joachim Rambow, am Dienstag in Hannover. „Durch den frühen Wintereinbruch ist die Nachfrage enorm gestiegen.“ Er rate den Kunden daher, vor dem Einkauf in den Geschäften anzurufen.

Meteorologen warnten am Dienstag vor einer zunehmenden Glätte in den kommenden Tagen. Da die Temperaturen leicht anstiegen, könne sich der Schneefall in Regen verwandeln und so zu glatten Straßen führen, hieß es beim Deutschen Wetterdienst. Am Donnerstag solle es dann noch einmal kräftig Neuschnee geben. Einer weißen Weihnacht steht dann nichts mehr im Weg: „Die Chancen dafür sind sehr gut“, sagte ein Meteorologe des Dienstes.

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Auf den Straßen in Niedersachsen und Bremen kam es unterdessen im Laufe des Tages immer wieder zu Glätteunfällen. Allein in der Region Hannover habe es 125 leichtere Unfälle gegeben, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion. Auch im Emsland und der Grafschaft Bentheim hatten die Beamten alle Hände voll zu tun: 51 wetterbedingte Unfälle zählten die Polizisten in der Nacht zu Dienstag in den beiden Landkreisen - in den meisten Fällen blieb es allerdings bei Blechschäden, teilte die Polizei mit.

Zu einem tragischen Unfall kam es dagegen bei der Deutschen Bahn. Bei einem Wintereinsatz wurde ein Bahnarbeiter im Bahnhof Wunstorf von einem durchfahrenden ICE getötet. Der Kollege des Bahnarbeiters, der mit ihm an einer Weiche gearbeitet hatte, wurde von der Polizei zunächst noch vermisst. Er wurde später unverletzt, aber unter Schock stehend im Bahnhofsgebäude gefunden. Wie es zu dem Unglück mit dem mit Tempo 160 herannahenden Zug kommen konnte, ist bislang noch unklar.

Die Behörden im Land richten sich derzeit auf einen langanhaltenden Winter ein. Auf den Autobahnen in Niedersachsen werde nicht mehr komplett gestreut, um Salz zu sparen, sagte eine Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau am Dienstag. „Wir gehen sparsam damit um.“ So werde beispielsweise bei dreispurigen Fahrbahnen der linke Überholstreifen nicht mehr geräumt. Zudem gebe bei den eisigen Temperaturen auch Probleme mit dem Streusalz. „Ab minus sieben oder acht Grad verliert das Salz an Wirksamkeit“, sagte die Sprecherin.

Mit der Kälte hatte auch die Wolfsburger Feuerwehr bei einem Löscheinsatz zu kämpfen: Als sie einen Wohnungsbrand löschen wollte, war durch die starken Minustemperaturen von bis zu minus achtzehn Grad teilweise das Löschwasser in den Schläuchen gefroren.

Auf den Kanälen im Land war die Schifffahrt am Dienstag noch mit Behinderungen möglich. Insgesamt neun Eisbrecher waren auf dem Elbe-Seitenkanal und dem Mittellandkanal unterwegs, um die Eismassen zu durchbrechen. Der Elbe-Seitenkanal soll allerdings nach Angaben der Wasserschifffahrtsdirektion ab Mittwochabend für den Verkehr gesperrt werden, da die Eisbrecher auf der Elbe eingesetzt werden müssen.

Freuen konnten sich über das Wetter nach wie vor die Kinder. In zahlreichen Landkreisen fiel einen Tag vor dem Beginn der Weihnachtsferien erneut der Unterricht aus. Die niedersächsische Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Gitta Franke-Zöllmer, forderte vor diesem Hintergrund einen flexibleren Umgang mit dem Termin für die Halbjahreszeugnisse. Der Unterrichtsausfall bedeute für die Schüler und Lehrer zusätzlichen Stress, sagte Zöllmer. „Solche Zwangspausen sind für alle an Schule Beteiligten alles andere als eine freudige Geschichte.“

dpa

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