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Panorama Zehntausende bei letzter Großdemo gegen Stuttgart 21
Nachrichten Panorama Zehntausende bei letzter Großdemo gegen Stuttgart 21
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18:18 11.12.2010
Zehntausende haben auf der letzten Großdemo in diesem Jahr gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 protestiert. Quelle: dpa
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Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 16.000. Aus Berlin und dem Ruhrgebiet gab es Sonderbusse, auch aus anderen Städten wie Frankfurt waren Demonstranten angereist.

Redner wie der Architekt Peter Conradi und die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Sabine Leidig, riefen die Teilnehmer auf, auch 2011 weiter zu demonstrieren. Man wolle nicht „Stuttgart 21 plus“, sondern „Widerstand plus“. Die bisherigen Proteste hätten Wirkung gezeigt und nur durch sie seien die Schlichtungsgespräche unter Heiner Geißler zustande gekommen.

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Noch im August habe es kaum einer für möglich gehalten, dass es - zumindest vorübergehend - einen Baustopp sowie später dann die Schlichtungsgespräche geben würde, sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Auch Conradi zog ein positives Fazit der Proteste: „Die Stadt hat sich verändert, sie ist lebhafter, offener und politischer geworden.“

Palmer sprach den Zuhörern angesichts der jüngsten positiven Umfragewerte für Stuttgart 21 Mut zu. Die Vorschläge Geißlers seien technisch womöglich gar nicht machbar und unbezahlbar. „Wir müssen keine Angst haben. Das Projekt erledigt sich von selbst. Es ist halt ein Tod auf Raten“, sagte er.

Nach der mehr als einstündigen Kundgebung, an der als Zuhörer auch Fraktionschef Gregor Gysi und seine Stellvertreterin Gesine Lötzsch von der Bundestagsfraktion der Linken teilgenommen hatten, zogen die Demonstranten durch die Innenstadt. Die Route führte entlang am weiträumig abgesperrten und von zahlreichen Polizisten bewachten Landtag und an der Zentrale des CDU-Kreisverbandes. Es gab nach Polizeiangaben keine Zwischenfälle. Auf dem Cityring kam es allerdings zu erheblichen Verkehrsstaus.

Baden-Württembergs Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU) wertete die Demonstration als „ein Zeichen, dass es den Veranstaltern immer weniger um den Bahnhof und immer mehr um eine Veränderung des politischen Systems“ gehe. Vor der Landtagswahl im kommenden März „drängeln sich Grüne und Linkspartei in die vorderste Reihe des Protests und versuchen als Dagegenpartei den Unmut von Bürgerinnen und Bürgern für ihre eigenen Wahlkampfzwecke zu nutzen“. Sie gestand ein, dass die Politik Fehler bei der Planung von Stuttgart 21 gemacht habe. Dies wolle man in Zukunft besser machen.

dpa

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