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Panorama Zentis-Erpresser schlägt in Wien erneut zu
Nachrichten Panorama Zentis-Erpresser schlägt in Wien erneut zu
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16:17 21.10.2010
Der notorische Erpresser des Marmeladenherstellers Zentis versuchte seine Masche erneut in Wien. Quelle: dpa
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Der verurteilte Erpresser des Aachener Marmeladenherstellers Zentis hat vor Antritt seiner Haftstrafe wieder zugeschlagen. Der 27-Jährige sitzt nun wegen eines ähnlichen Delikts in Österreich in Untersuchungshaft, bestätigten das Tiroler Landeskriminalamt und die Aachener Staatsanwaltschaft am Donnerstag Medienberichte. Ihm soll auch dort der Prozess gemacht werden. Der notorische Erpresser hatte Produkte des Wiener Süßwarenherstellers Manner und der Feinkostfirma Wojnar mit Spiritus ungenießbar gemacht um an insgesamt 175.000 Euro zu kommen.

Erst vor drei Monaten, im Juli, war der Student in Deutschland zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden, weil er von Zentis 500.000 Euro verlangt und mit vergifteter Marmelade gedroht hatte. Seine Mutter hinterlegte 50.000 Euro Kaution, so dass der junge Mann erst einmal auf freiem Fuß blieb. Dieser Tage hätte er seine Haftstrafe antreten sollen.

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Der Aachener Verteidiger Rainer Dietz zeigte sich schockiert über den Rückfall seines Mandanten. „Er hatte in der Zentis-Sache alle Brücken gebaut bekommen“, sagte Dietz. Im diesem Fall waren ihm die Ermittler unter anderem über eine Kontonummer auf die Spur gekommen, die er dem Unternehmen gegeben hatte. Er hatte das Konto unter falschem Namen selbst eröffnet. Trottelig sei der Mann vorgegangen, schrieben deshalb Boulevardzeitungen. Entsprechend ist nun von “Österreichs dümmstem Erpresser“ die Rede, wie ihn eine Zeitung am Donnerstag nannte.

In Tirol erwischten ihn die Ermittler nach nur einem Tag Fahndung an einem Geldautomaten. Nach einer Verfolgungsjagd mit Hubschrauber stellten Beamte den Erpresser in einem künstlich ausgelösten Stau. Die manipulierten Produkte hatten sie zuvor sichergestellt.

dpa