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Panorama Zu viel Koffein! EU besorgt um Espresso-Konsum
Nachrichten Panorama Zu viel Koffein! EU besorgt um Espresso-Konsum
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00:17 31.05.2015
In Deutschland schlagen laut EU 14,6 Prozent der Bevölkerung koffein­mäßig über die Stränge. Quelle: dpa
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Kaffee – so sagt man – ist nur schädlich, wenn einem ein ganzer Sack aus dem fünften Stock auf den Kopf fällt. Für solche Lebensweisheiten interessiert sich die EU nicht die Bohne, sie geht den Dingen lieber wissenschaftlich auf den Grund. Dank Brüssel haben wir nicht nur gedrosselte Staubsauger und gedimmte Glühbirnen, sondern auch die „Haushalts-Wasch-Trockenautomaten-Energieetikettierung-Richtlinie 96/60“.

Darüber muss man nicht spotten, es ist ja durchaus sinnvoll, dass sich irgendwo in Europa jemand Gedanken über das rechte Maß an Energiezufuhr macht.

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Spitzenreiter kommt aus Dänemark

So alarmiert uns die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, die im eigentlich für guten Schinken gerühmten Städtchen Parma residiert, jetzt mit der Nachricht, dass schon vier Tassen Espresso am Tag der Gesundheit schaden könnten. Das dürfte gerade im italienischen Umfeld der Behörde für Unruhe sorgen. Denn dort beginnt ein guter Tag mit einem Espresso, unter dessen haselnussbrauner Crema-Schicht verdichtetes Koffein lauert. Wenn nun aber aus einem kleinen Schwarzen fünf, sechs oder mehr Tässchen werden, drohen innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Angstattacken.

In Deutschland etwa, erklären die EU-Forscher, schlagen 14,6 Prozent der Bevölkerung koffein­mäßig über die Stränge. Unangefochten an der Spitze sind die Dänen, wo jeder Dritte zu tief in die Kaffeetasse schaut. „Die wichtigste Botschaft ist, dass die Verbraucher die verschiedenen Quellen von Koffein neben dem Kaffee berücksichtigen müssen“, sagt ein EU-Sprecher. Dazu gehörten neben Tees und Cola-Getränken auch Energydrinks.

Energiepolitisch ist in Europa also noch einiges zu regeln. Ob auch die Gefahren herabfallender Kaffeesäcke ausführlicher untersucht werden sollen, wird in Parma offenbar erst noch entschieden.

Von Harald John

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