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Panorama Zweimal Bombenalarm auf Berliner Flughafen
Nachrichten Panorama Zweimal Bombenalarm auf Berliner Flughafen
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19:41 06.12.2010
Bei der Durchsuchung einer Maschine am Berliner Flughafen Schönefeld wurde am Montag kein Sprengstoff gefunden werden. Quelle: dpa
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Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld waren am Montag Sprengstoffexperten der Polizei gleich zweimal im Einsatz. Zunächst hielt eine Bombendrohung gegen eine russische Maschine Polizei und Passagiere über Stunden in Atem, bevor Entwarnung gegeben wurde. Am Nachmittag rief eine verdächtige Damenhandtasche, aus der Kabel hingen, erneut die Polizei auf den Plan. Ein Entschärfungskommando fand nur Jeans, Thermoskanne und Elektroartikel in dem Gepäckstück auf einer Damentoilette.

Auch im ersten Fall wurde bei der Durchsuchung des geräumten Flugzeugs der Gesellschaft Aeroflot laut Bundespolizei kein Sprengstoff gefunden. Die nochmalige Kontrolle der rund 140 Passagiere und ihres Gepäcks ergab ebenfalls nichts Verdächtiges. Der Flugverkehr war nicht beeinträchtigt, der Flughafen blieb geöffnet. An Bord der Maschine mit der Flugnummer SU 112, die am Nachmittag gegen 14.30 Uhr abhob, waren auch 45 Vietnamesen. Sie wurden von Berlin über die russische Hauptstadt in ihre Heimat abgeschoben. Dagegen hatten Montagfrüh einige Demonstranten protestiert.

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Nur gut eine Stunde später wurde die verlassene Tasche entdeckt. Ein Sprengstoff-Testgerät habe zunächst ausgeschlagen, so ein Sprecher der Bundespolizei. Nur wenig später konnten die Spezialisten des Entschärfungskommandos Entwarnung geben. Es sei kein Sprengstoff entdeckt worden. Das zunächst gesperrte Abflugterminal D wurde wieder geöffnet. Lediglich ein Flug nach Köln fiel aus. Die Tasche sollte jetzt von Kriminaltechnikern untersucht werden.

Bei mehreren Medien war laut Polizei am Morgen ein Schreiben eingegangen, in dem ein „Kommando Abu al-Walid al Ramedi“ ankündigte, dass ein Sprengsatz an Bord der russischen Maschine sei. Damit sollte dem Schreiben zufolge, das auch der Nachrichtenagentur dpa vorlag, an den „Kampf... des tschetschenischen Volkes“ erinnert werden. Laut Bundespolizei war das Fax gegen 9.20 Uhr mit einem Telefonanruf bei der Berliner Polizei angekündigt worden. Das Landeskriminalamt habe Ermittlungen gegen Unbekannt eingeleitet, sagte ein Polizeisprecher. Innenpolitiker der Fraktionen im Abgeordnetenhaus schlossen nicht aus, dass das Droh-Schreiben von Abschiebegegnern stammen könnte.

Die Bundespolizei nahm die Drohung gegen das Flugzeug auch vor dem Hintergrund der Terrorwarnungen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ernst. Das Flugzeug wurde auf eine Sicherheitsposition gebracht und geräumt. Die Fluggäste mussten die Maschine verlassen. Sie wurden im Airport nochmals kontrolliert.

Auch das wieder ausgeladene Gepäck wurde erneut gecheckt. Spürhunde schnüffelten im Flugzeug nach Sprengstoff.

Am Morgen hatten nach Angaben der Polizei am Flughafen sechs Menschen mit einem Plakat und Handzetteln gegen die Abschiebung der Vietnamesen protestiert. Sie hätten Platzverweise bekommen, seien dann aber zum Terminal A gezogen, wo sich im Laufe des Vormittags bis zu 40 Demonstranten trafen. Festgenommen wurde niemand.

dpa