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Deutschland / Welt 4000 junge Leute feiern Barack Obama in Straßburg
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17:04 03.04.2009
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US-Präsident Barack Obama mit Ehefrau Michelle und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer (von links) Quelle: Torsten Silz/ddp
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Doch im Gegensatz zu Tausenden Altersgenossen, die gegen den NATO-Gipfel in Baden-Baden, Kehl und Straßburg protestieren, wollen die rund 4000 jungen Deutschen und Franzosen dem US-Präsidenten zujubeln.

Dafür müssen sie am Freitag früh aufstehen. Gegen sechs Uhr machen sich die 22 Busse mit Schülern, Studenten und Auszubildenden aus Heidelberg, Tübingen, Stuttgart und Freiberg auf den Weg nach Straßburg. Nach den Sicherheitskontrollen sitzen sie zur Mittagszeit in der Rhenus-Halle, wo sonst Basketball gespielt wird und Konzerte stattfinden. Zum Teil weit mehr als zwei Stunden müssen sie dort warten, die im Elsass lebende, amerikanische Sängerin Lisa Doby verkürzt die Zeit ein wenig.

Ungeduld macht sich breit, die Kameras und Fotohandys bleiben viele Minuten im Anschlag, Obama-Rufe und rhythmisches Klatschen hallen durch den Saal. Der Mann, der Obamas Rede auf das Pult legt, wird mit Beifall bedacht. Um 14.16 Uhr hat das Warten ein Ende. Unter ohrenbetäubendem Lärm und hundertfachem Fotoklicken betreten Michelle und Barack Obama die Halle. Sie werden gefeiert wie Popstars.

In seiner 24-minütigen Rede streift der amerikanische Präsident die wichtigsten Themen der Weltpolitik. Er beschreibt wie schon im vergangenen Jahr in Berlin die Vision einer kernwaffenfreien Welt, erläutert die neue Afghanistanstrategie der USA. Er ruft zum Kampf gegen die Armut und den Klimawandel auf. Hier müssten die USA, aber auch Europa, China und Indien mehr tun. Und Obama appelliert an die jungen Leute, das gute Verhältnis zwischen den Europäern und den USA zu erneuern. Eindringlich verteidigt Obama die NATO als Sicherheitsbündnis - Proteste hat er von diesem Auditorium nicht zu erwarten. Vielmehr klatschen die Jugendlichen stehend Beifall.

Mehrere junge Leute dürfen dann Fragen stellen, die Obama - mit dem Mikro in der Hand über die Bühne wandelnd - ausschweifend beantwortet. Der 44. Präsident der USA nimmt aber auch die Jugend in die Pflicht und fordert von ihr Engagement. „Die jungen Leute müssen die Führung übernehmen“, ruft Obama den rund 4000 Zuhörern zu. Wer nur an sich selbst denke, an ein Auto oder Haus, der lebe nur ein eingeschränktes Leben. Vielmehr sollte man sich fragen, was man für andere und eine bessere Welt tun könne.

Das klang fast nach einem anderen Superstar der US-Politik, dem früheren Präsidenten John F. Kennedy. Dieser hatte bei seiner Amtseinführung den berühmten Satz geprägt: „Frage nicht, was dein Land für Dich tun kann. Frage, was Du für dein Land tun kannst“.

ddp