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Deutschland / Welt 43 Millionen deutsche Führerscheine laufen ab: Was Betroffene jetzt wissen müssen
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19:42 15.02.2019
Drei Führerscheine verschiedener Generationen: Bis 2033 sollen sie umgetauscht sein. Quelle: Foto: Oliver Berg/dpa
Berlin

Es ist eine gewaltige Umtauschaktion und für die deutschen Behörden eine riesige Herausforderung: 43 Millionen Führerscheine in Deutschland laufen ab.

Das heißt: Ihre Inhaber müssen zum Amt und eine neue Fahrerlaubnis beantragen. Dabei geht es nicht nur um die klassischen grauen „Lappen“ und die rosafarbenen EG-Führerscheine, sondern auch um neure Plastik-Führerscheine im Scheckkartenformat.

Jedes Führerscheindokument, das vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden ist, muss in den kommenden Jahren umgetauscht werden. Grund ist eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006.

Damals beschlossen das Europäisches Parlament und der Europäische Rat, ab 2033 europaweit einheitliche Führerscheinkarten einzuführen. Fälschungssicher sollen die sein und eine begrenzte Gültigkeitsdauer haben.

Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Die Fahrerlaubnis als solche behält die Gültigkeit. Nur das Führerscheindokument muss ausgetauscht werden. Der Kelch einer neuen Führerscheinprüfung geht also an Deutschlands Auto- und Motorradfahrern vorbei.

Etwa 25 Euro Bearbeitungsgebühr werden fällig

Die schlechte Nachricht: Der Antrag auf Umtausch kann nur persönlich gestellt werden. Das heißt: Jeder, der weiter hinterm Steuer sitzen will, muss zum Amt. Laut ADAC müssen werden für den Umtausch etwa 25 Euro Verwaltungsgebühr fällig.

Am Freitag hat der Bundesrat in Berlin einen Stufenplan beschlossen, damit die riesige Umtauschaktion so über die Bühnen gehen kann, dass weder Autofahrer beim Warten noch Behördenmitarbeiter beim Bearbeiten der Anträge die Nerven verlieren. Um Chaos zu vermeiden, schlägt der Verkehrsausschuss eine Staffelung der Umtauschfristen nach Geburtsjahrgängen vor.

Als Erstes sind die Papierführerscheine an der Reihe

In einem ersten Schritt sollen die rund 15 Millionen Papierführerscheine, die sich derzeit noch in Umlauf befinden, eingezogen werden. Beginnen würden die Behörden nach dem Plan mit den Geburtsjahrgängen 1953 bis 1958.

Diese müssten ihren Führerschein bis zum 19. Januar 2022 umtauschen. Die Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964 hätten bis 2023 Zeit, die Jahrgänge 1965 bis 1970 ein Jahr länger. Wer nach 1971 geboren wurde, müsste seinen Führerschein bis zum 19. Januar 2025 umgetauscht haben.

Nachdem die Papierführerscheine getauscht worden sind, sollen die Behörden in einem zweiten Schritt die neueren Plastikführerscheine im Scheckkartenformat aus dem Verkehr ziehen, die nach dem 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind.

Bei den Scheckkartenführerscheinen soll nicht mehr das Geburtsjahr, sondern das Jahr der Ausstellung darüber entscheiden, welche Umtauschfrist gilt. Führerscheine, die von 1999 bis 2001 ausgestellt worden sind, müssen bis 2026 umgetauscht werden.

Fahrerlaubniskarten aus den Jahren 2002 bis 2004 müssen bis 2027 ersetzt werden. Danach geht es in Dreierschritten weiter, eher im Jahre 2033 der Massenaustausch abgeschlossen sein soll.

Wer vor 1953 geboren wurde, hat mehr Zeit

Der Grund für die unterschiedliche Behandlung von Plastik- und Papierführerscheinen: Auf den alten Papierdokumenten ist das Ausstellungsdatum häufig nicht mehr erkennbar.

Von dem vorgezogenen Umtausch ausgeschlossen sind nach dem Vorschlag des Verkehrsausschusses alle Autofahrer, die vor 1953 geboren sind.

Damit soll ihnen erspart werden, ihren Führerschein vorzeitig umtauschen zu müssen, obwohl altersbedingt nicht sicher ist, ob sie nach dem 19. Januar 2033 von ihrer Fahrerlaubnis Gebrauch machen möchten. Spätestens nach diesem Stichtag müssen allerdings auch die ganz alten Führerscheine umgetauscht sein.

Der Bundesrat muss der Regelung allerdings erst noch zustimmen. Ob es eine Mehrheit in der Länderkammer gibt, war am Donnerstag noch offen.

Lesen Sie auch: Neue Führerscheine gelten nur noch 15 Jahre

Von Andreas Niesmann/RND

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