Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt 430 Millionen pro Jahr für Afghanistan
Nachrichten Politik Deutschland / Welt 430 Millionen pro Jahr für Afghanistan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:23 06.07.2012
Auch nach dem Abzug der Bundeswehr aus Afganistan wird die Bundesregierung für den Wiederaufbau bezahlen. Quelle: dpa
Anzeige
Tokio

Deutschland wird auch nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan 2014 zunächst 430 Millionen Euro pro Jahr in Wiederaufbau und Entwicklung des Landes investieren. Vor der Afghanistan-Konferenz in Tokio erklärte Außenminister Guido Westerwelle am Freitag, dass diese Zusage mindestens für die Jahre 2015 und 2016 gelte. Damit bleibt die Hilfe zunächst auf dem bisherigen Niveau. „Afghanistan kann sich auf uns verlassen", betonte Westerwelle vor dem Abflug nach Tokio. Deutschland will bei der Konferenz aber auch auf weitere Anstrengungen im Kampf gegen die Korruption dringen.

In Tokio beraten Delegierte aus etwa 70 Ländern sowie internationalen Organisationen über zivile Mittel für den Wiederaufbau und die Entwicklung Afghanistans in den zehn Jahren nach dem Abzug der internationalen Truppen bis 2024. Auf dem Nato-Gipfel in Chicago hatte Deutschland im Mai bereits zugesagt, den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte mit 150 Millionen Euro im Jahr zu unterstützen. Zwischen 2002 und 2011 hat Deutschland nach offiziellen Angaben bereits 1,7 Milliarden Euro zivile Hilfe für Afghanistan geleistet. Der Bundeswehreinsatz kostete 6,1 Milliarden.

Anzeige

„In Tokio wollen wir dazu beitragen, eine klare und langfristige Perspektive für ein friedliches und stabiles Afghanistan zu schaffen, von dem keine Gefahr mehr für die Welt ausgeht", sagte Westerwelle. Im Gegenzug für die Hilfszusagen erwarte man einen Reformfahrplan für weitere Anstrengungen in den Bereichen gute Regierungsführung, Bekämpfung der Korruption und mehr Demokratie.

„Unterstützung ist keine Einbahnstraße", erklärte auch Entwicklungsminister Dirk Niebel, der ebenfalls nach Tokio reist. Man werde dem Prinzip „Fordern und Fördern" folgen. "Die Konferenz ist ein weiterer Meilenstein für den Weg Afghanistans in eine friedliche, stabile Zukunft", betonte Niebel.

Das eintägige Treffen versteht sich als ziviles Gegenstück zu den Beschlüssen des Nato-Gipfels in Chicago. Bei der vorherigen Konferenz in Bonn im Dezember war Afghanistan zivile Unterstützung für zehn weitere Jahre nach 2014 zugesagt worden, allerdings noch ohne Zahlen zu nennen. Das wird jetzt in Tokio erwartet.

Zu den Delegierten von Geber- sowie allen Nachbarstaaten gehören die Außenminister der USA, Frankreichs, Pakistans und des Irans. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kommt nach Tokio. Afghanistan gehört trotz gigantischer Hilfen immer noch zu den ärmsten Staaten der Welt.

dpa

06.07.2012
06.07.2012