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Deutschland / Welt 70 Tote bei Anschlag in Syrien
Nachrichten Politik Deutschland / Welt 70 Tote bei Anschlag in Syrien
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14:25 10.05.2012
Ein wüstes Bild der Zerstörung. Nach dem Anschlag stehen zahlreiche Autos in Flammen. Quelle: dpa
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Damaskus

Die Zahl der Verletzten bezifferte das Ministerium auf 375. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Es ist die schlimmste Attacke seit Beginn des Konfliktes in Syrien. Die Menschen in dem Land reagieren mit Schock und Ratlosigkeit. Syrien rutscht damit von Tag zu Tag immer tiefer in einen umfassenden Bürgerkrieg hinein.

Die Opposition behauptete, das Regime habe den Anschlag verüben lassen, um die Revolution im Land als Werk islamistischer Terroristen darzustellen. Beweise für diese Version legten die Regimegegner allerdings nicht vor.

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Da die ersten Leichen und Verwundeten von Anwohnern geborgen wurden, war die genaue Zahl der Opfer zunächst nicht bekannt. Die Vorgehensweise und die Zerstörung erinnerten an Terroranschläge im Irak. Das staatliche Fernsehen zeigte Aufnahmen verkohlter Leichen.

Ein dpa-Mitarbeiter vor Ort sagte, etwa 30 Autos seien durch die Explosion im Al-Kazzaz-Viertel zerstört worden. Mehrere Gebäude seien stark beschädigt. Viele der unverletzten Anwohner stünden unter Schock. Sie weinten und klagten. Einige von ihnen riefen: „Gott schütze Syrien!“

Der großen Explosion ging nach Angaben von Anwohnern eine kleinere Explosion am gleichen Ort voraus. Noch in weit entfernten Stadtvierteln klirrten die Fenster der Gebäude. Regimegegner veröffentlichten ein Video, das verängstigte Zivilisten zeigt, die nach dem Anschlag in Panik durch die Gassen des Viertels laufen.

Der TV-Sender Al-Arabija meldete, der Leiter der UN-Beobachtermission, Generalmajor Robert Mood habe darauf bestanden, den Tatort selbst in Augenschein zu nehmen. In der unmittelbaren Nähe seines Konvois war am Vortag in der Provinz Daraa ein Sprengsatz explodiert, der sechs syrische Soldaten verletzte. Experten und Diplomaten haben in den vergangenen Wochen mehrfach darauf hingewiesen, dass der Einsatz der unbewaffneten Militärbeobachter in Syrien sehr gefährlich ist.

In einigen Regionen Syriens herrscht schon seit Monaten Bürgerkrieg. In anderen Provinzen Syriens sollen die Regimetruppen am Donnerstag nach Angaben von Aktivisten 14 Menschen getötet haben, darunter zwei Kinder und ein Deserteur.

Der Aufstand gegen Assad hatte im vergangenen März mit friedlichen Protesten begonnen, die dann rasch in einen blutigen Konflikt ausarteten. Bereits rund 10 000 Menschen sollen seither in Syrien getötet worden sein. Etliche von ihnen starben nach Informationen von Menschenrechtsorganisationen an den Folgen der Folter.

dpa