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Deutschland / Welt Äthiopische Truppen marschieren erneut in Somalia ein
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14:00 19.05.2009
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Äthiopien will mit der Aktion offenbar den zuletzt sehr erfolgreichen Vormarsch islamistischer Rebellen in Somalia stoppen.

Die äthiopischen Truppen errichteten den Angaben zufolge Straßensperren in der Nähe der Stadt Beledweyne im Westen Somalias. „Es sind viele, und sie haben Panzer und auch Lastwagen mit Anti-Raketenabwehr-Anlagen oben drauf“, sagte ein Augenzeuge, der auf dem Weg nach Beledweyne mit dem Bus an den Truppen aus dem Nachbarland vorbeigefahren war. Ein Lastwagenfahrer berichtete seinerseits, dass die Soldaten alle Autos anhielten und nach ihrem Fahrziel fragten. „Sie haben aber niemanden festgenommen.“ Von der äthiopischen Regierung wurden die Berichte auf Anfrage nicht kommentiert.

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Der Einmarsch der äthiopischen Truppen könnte im Zusammenhang mit den jüngsten Erfolgen der islamistischen Shebab-Miliz in Somalia stehen, der Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida nachgesagt werden. Die Rebellen hatten nach Angaben von Augenzeugen am Sonntag die Stadt Jowhar eingenommen, die Heimatstadt des somalischen Präsidenten Sharif Sheikh Ahmed. Der gemäßigte Islamist war im November gewählt worden. Anfang des Monats hatten Aufständische eine Offensive gestartet, um ihn aus dem Amt zu jagen.

Jowhar liegt 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Mogadischu. Von dort aus machten sich die Kämpfer der Shebab-Miliz laut Augenzeugenberichten auf den Weg weiter nach Norden. Ihr Ziel sei offenbar die 300 Kilometer entfernte Stadt Beledweyne, in deren Nähe nun die äthiopischen Truppen aufzogen.

Bereits Ende 2006 waren äthiopische Truppen in Somalia einmarschiert, um die somalische Übergangsregierung im Kampf gegen aufständische Islamisten zu unterstützen. Im Januar dieses Jahres hatte die Regierung in Addis Abeba erklärt, die Streitkräfte seien vollständig aus dem Nachbarland abgezogen worden.

afp