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Deutschland / Welt Afghanistan wählt neues Parlament - Raketenangriffe in Kabul
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09:58 18.09.2010
Unterschiedliche Wahlbeteiligung: Aufgrund der Anschläge wagten sich viele Afghanen nicht in die Wahllokale. Quelle: dpa
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Trotz einer Serie von Raketenangriffen und Gewaltdrohungen der aufständischen Taliban hat am Sonnabend in Afghanistan eine Parlamentswahl stattgefunden. In vielen Wahllokalen gaben Männer in traditionellen Gewändern und Frauen in Burkas ihre Stimme ab. Nach amtlichen Angaben schlugen in Kabul sowie den Städten Ghasni, Gardes und Dschalalabad im Osten, Kandahar und Nimros im Süden und Baghlan im Norden Raketen ein. In Baghlan seien dabei zwei Menschen getötet worden. Die Wahllokale waren bis 13.30 Uhr geöffnet, die Wahlbeteiligung schien sehr unterschiedlich auszufallen.

Mit den Raketenangriffen unterstrichen die Taliban ihre Warnung an die Bevölkerung, nicht an der Wahl teilzunehmen. Sie hatten zuvor erklärt, wer sich an der Wahl beteilige, müsse mit Angriffen rechnen. Bei der Wahl bewerben sich rund 2.500 Kandidaten um 249 Sitze im Parlament.

Explosionen in Wahlzentren in Kabul, Dschalalabad und der östlichen Prtovinz Chost verzögerten die Öffnung der Wahllokale, es wurde aber niemand verletzt. Viele Wahllokale öffneten ohne Zwischenfall. Manche, wie im Bezirk Surch Rud in der Provinz Nangarhar, wurden von bewaffneten Taliban an der Öffnung gehindert. Ein Anwohner namens Kassim sagte, gegen Mittag seien Soldaten der NATO und der afghanischen Streitkräfte eingetroffen und hätten die Taliban zum Rückzug gezwungen. Das Wahllokal sei dann geöffnet worden.

Die Wahlbeteiligung war sehr unterschiedlich: Vor einer Moschee in Kabul, die als Wahllokal diente, warteten am Morgen rund 100 Männer darauf, ihre Stimme abzugeben. Anderswo in der Hauptstadt waren nur eine Handvoll Wähler in den Wahllokalen zu sehen. Die Raketenangriffe in Ghasni schreckten offenbar viele Wähler davon ab, zur Wahl zu gehen. Ein Sprecher der gleichnamigen Provinz sagte, die ersten Wähler seien erst am späten Vormittag gekommen.

Vor einer Grundschule in Kabul warteten rund 20 Männer eine Stunde vor Öffnung des Wahllokals auf ihre Stimmabgabe. „Ich bin gekommen, weil ich Wohlstand und Stabilität für Afghanistan will“, sagte der 50-jährige Mohammed Husman, ein Angestellter im Öffentlichen Dienst. „Ich mache mir Sorgen wegen Betrugs und der Sicherheitslage besorgt. Ich hoffe, meine Stimme geht an die Person, die ich gewählt habe.“

Einen Tag zuvor hatte Präsident Hamid Karsai die Bevölkerung aufgerufen, sich ungeachtet der Drohungen der Taliban an der Wahl zu beteiligen. Er gab seine Stimme am Samstag in einer Oberschule in der Hauptstadt ab. Die Wahl sei sehr wichtig, sagte Karsai am Freitag vor Journalisten. Er hoffe, dass jeder daran mitwirke. Karsai erklärte weiter, die Taliban sollten ihrem Land dienen und an der Wahl teilnehmen, Afghanistan aufbauen und zu Stabilität beitragen. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden landesweit verstärkt.

ap

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