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Deutschland / Welt "Amerika muss weitermarschieren"
Nachrichten Politik Deutschland / Welt "Amerika muss weitermarschieren"
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00:15 31.08.2013
Von Stefan Koch
US-Präsident Barack Obama prangert in seiner Rede die anhaltende soziale Ungleichheit von Schwarzen und Weißen in Amerika an. Quelle: rtr
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Washington

"Die Veränderungen kommen nicht aus Washington, sie kommen nach Washington". Mit einer ungewöhnlich scharfen Rede hat Präsident Barack Obama am Mittwoch die anhaltende soziale Ungleichheit von Schwarzen und Weißen in Amerika angeprangert. 50 Jahre nach dem "Marsch auf Washington" habe sich die Lage der Afroamerikaner zwar spürbar verbessert, gleichwohl sei die Chancengleichheit noch nicht erreicht.

Auf den Stufen des Lincoln-Denkmals, auf denen Martin Luther King am 28. August 1963 seine berühmte "I have a dream"-Ansprache hielt, forderte Obama seine Landsleute zum "Weitermarschieren" auf. Die Bürgerrechtsbewegungen hätten die Vereinigten Staaten zwar grundlegend verändert, gleichwohl würden die Armuts- und Arbeitslosenstatistiken ihre eigene Sprache sprechen.

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Von Gleichheit in den Lebensverhältnissen könne noch lange keine Rede sein. Schnell zu erreichen sei dieses Ziel allerdings nicht: "Machen wir uns nichts vor, es ist keine leichte Aufgabe." Den mehreren zehntausend Zuhörern unweit des Weißen Hauses rief Obama zu: "Mich interessiert nicht die Liste der Millionäre. Aber wir müssen sicherstellen, dass alle die gleiche Chance haben, ein Leben in der Mittelklasse zu führen." Ebenso wie für die 30 Millionen Afroamerikaner müsste die Gesellschaft auch für gleiche Rechte für Homosexuelle und Behinderte eintreten. In seinem leidenschaftlichen Auftritt beschwörte der 52-Jährige seine Landsleute "weiterzumarschieren": "Wir werden auf diesem Weg stolpern. Aber ich bin mir sicher, dass wir wieder aufstehen."

Die Erinnerung an Martin Luther King verknüpfte der Präsident mit seiner eigenen politischen Agenda: Verbesserung des Mindestlohns, Krankenversicherungsschutz für alle Amerikaner und eine bessere Ausstattung der öffentlichen Schulen seien wichtige Bausteine, um die soziale Spaltung des Landes zu überwinden. Auch die früheren Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter beschrieben die anhaltenden Missstände in den USA. Gleichwohl hätte die Bürgerrechtsbewegung nicht nur die Schwarzen, sondern alle Amerikaner "befreit".

Überschattet wurde der 50. Jahrestag der King-Rede durch den Syrienkrieg. Mehrere hundert Demonstranten am Lincoln-Denkmal protestierten gegen den drohenden US-Angriff auf Damaskus. In Sprechchören skandierten sie "Stoppt die Raketen" und "Martin Luther King kämpfte für Frieden."

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