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Deutschland / Welt Anschlagspläne auf Musikfestival unterstützt? Tatverdächtige festgenommen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Anschlagspläne auf Musikfestival unterstützt? Tatverdächtige festgenommen
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12:54 11.12.2018
Festivalbesucher strecken ihre Hände in die Höhe. Der Islamische Staat soll einen Anschlag geplant haben, Medienberichten zufolge hatten sie ein Festival im Visier. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hamburg

Der Generalbundesanwalt hat eine mutmaßliche IS-Anhängerin festnehmen lassen, die 2016 Pläne für einen großen Terroranschlag in Deutschland unterstützt haben soll. Die 40 Jahre alte Deutsche wurde am Dienstagmorgen in Hamburg gefasst, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Frau sollte spätestens am Mittwoch dem Haftrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden.

Die Anschlagspläne waren im Oktober öffentlich bekannt geworden. Die Bundesanwaltschaft bestätigte damals Medienberichte, wonach 2016 drei Teams von Attentätern des Islamischen Staats (IS) nach Deutschland aufbrechen sollten. „Für uns war die Faktenlage in diesem Fall sehr konkret und auch belastbar“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank im Oktober im Interview mit dem Recherchekollektiv NDR, WDR und„Süddeutsche Zeitung. Nach dem damaligen Ermittlungsstand hatte der IS womöglich ein Musikfestival als Anschlagsziel erwogen. Auch die „Zeit“ berichtete über den Ermittlungserfolg.

Frau soll Glaubensschwestern gesucht haben

Eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des vereitelten Anschlags sollen die 2015 nach Syrien ausgereisten deutschen Eheleute Oğuz G. und Marcia M. gespielt haben. Damals hieß es, die Frau habe in Norddeutschland „Glaubensschwestern“ gesucht, die bereit gewesen seien, potenzielle Attentäter zu heiraten, um ihnen den Weg nach Deutschland zu ebnen. Als Beleg dienten dafür Chatnachrichten, die die deutschen Behörden überwachten.

In denen soll Marcia M. von der syrischen Stadt Rakka aus Frauen in Norddeutschland gesucht haben, die bereit waren, potenzielle Attentäter zu heiraten, berichtet die „Zeit“. M. stammt aus Salzgitter. Unwissentlich hatte sie mit einer Person Kontakt, die das Bundesamt für Verfassungsschutz informierte. Später übernahmen das Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen.

Lesen Sie auch: Das ist über die mutmaßlichen Drahtzieher bekannt

Laut dem Bericht war in den Chatnachrichten Ende 2016 und Anfang 2017 von mehreren „Paketen“ die Rede. Die „Brüder“, die nach Deutschland kommen sollten, hätten „eine sehr wichtige Arbeit zu erledigen“, schrieb Marcia M.

Verdächtige machen umfangreiche Angaben zu Anschlagsplänen

Die jetzt Festgenommene hatte nach den Erkenntnissen der Ermittler regelmäßig Kontakt zu Marcia M. Laut Bundesanwaltschaft registrierte sie unter falschem Namen eine Mobilfunknummer und legte damit für M. Accounts bei den Messenger-Diensten Telegram und WhatsApp an. Außerdem soll Songül G. sich im September 2016 bereiterklärt haben, einen Attentäter bei sich aufzunehmen und zu heiraten. Zwei Kandidaten hätten daraufhin versucht, von Syrien Richtung Deutschland auszureisen, das Vorhaben scheiterte allerdings.

Die Planungen für den Terroranschlag wurden durch die Ermittlungen der deutschen Behörden sowie den Zerfall des IS durchkreuzt. Dem Recherchekollektiv zufolge haben Marcia M. und Oğuz G. gegenüber den deutschen Behörden umfangreiche Angaben zu den Anschlagsplänen gemacht. Beide warten demnach nun auf ihre Überstellung nach Deutschland, wo bereits Haftbefehle gegen sie erlassen wurden.

Von RND/dpa/ngo

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