Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Argentinien zündet nächste Eskalationsstufe
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Argentinien zündet nächste Eskalationsstufe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:34 11.02.2012
Die Argentinische Regierungschefin Cristina Fernandez. Quelle: dpa
Anzeige
New York/London/Buenos Aires

Im argentinisch-britischen Dauerstreit um die Falklandinseln im Südatlantik hat Argentinien die nächste Eskalationsstufe gezündet. Außenminister Héctor Timerman brachte am Freitag (Ortszeit) persönlich eine Beschwerde seines Landes über Großbritannien beim UN-Sicherheitsrat vor. Die Briten müssten die Frage beantworten, ob sie Atomsprengköpfe in den Südatlantik beordert haben, forderte er. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes auf.

Ban habe bei einem Treffen mit Außenminister Timerman seine Sorge über eine Eskalation der Debatte geäußert und seine Hilfe bei der Vermittlung zwischen beiden Ländern angeboten, sagte ein UN-Sprecher. Timerman hatte zuvor erklärt, Großbritannien habe seine Truppenpräsenz im Südatlantik vervierfacht. Die Falklandinseln müssten als „letzte Bastion eines schrumpfenden Weltreichs“ herhalten. Argentinien habe Informationen, dass Großbritannien auch ein atomgetriebenes U-Boot entsandt habe, das in der Lage sei, Atomsprengköpfe zu tragen.

Anzeige

Großbritannien nennt die jüngsten Militäroperationen, wozu auch die Entsendung von Prinz William als Pilot eines Rettungshubschraubers zählt, „reine Routine“. Es habe in den vergangenen Wochen und Monaten nichts gegeben, was nicht auch vorher bereits getan worden sei, sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant. „Nichts hat sich geändert.“

Der Vorwurf einer Militarisierung des Südatlantiks sei „absurd“. Die Frage, ob ein U-Boot entsandt wurde und ob dieses Atomwaffen trage, beantwortete er nicht. Großbritannien mache dazu grundsätzlich keine Angaben.

Die UN hatten bereits in nicht-bindenden Resolutionen beide Länder zu Verhandlungen aufgefordert. Großbritannien lehnt Gespräche über die Inselgruppe mit etwa 3000 Bewohnern jedoch ab. Es sei das Recht der Inselbewohner, über ihre Staatsangehörigkeit zu bestimmen.

Grund des Disputes ist unter anderem die Entsendung der „HMS Dauntless“ in den Südatlantik, wo das Schiff im März ankommen soll. Der Lenkwaffenzerstörer gehört zu den modernsten seiner Art. Argentinien hatte am 2. April 1982 die seit 1833 von Großbritannien verwalteten Falklandinseln im Südatlantik besetzt. In einem Krieg von zweieinhalb Monaten eroberten die Briten die Inselgruppe zurück. Bei den Kämpfen, bei denen auch mehrere Schiffe versenkt wurden, waren fast 1000 Menschen getötet worden.

frx/dpa