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Deutschland / Welt Abschied vom „Bulldozer“
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22:46 12.01.2014
„Er hat seinen letzten Kampf verloren“: Ariel Scharon. Quelle: dpa
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Jerusalem

Staatspräsident Schimon Peres legte einen Trauerkranz vor dem Sarg seines alten Weggefährten nieder, der in eine weiß-blaue israelische Flagge mit Davidstern gehüllt war. Israels Regierung hielt eine Schweigeminute ab. Das israelische Volk werde Scharon „für immer als einen der wichtigsten Anführer und mutigsten Kommandeure im Herzen behalten“, sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Scharon war am Sonnabend nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben. Der frühere Militär und Politiker hatte nach einem Schlaganfall acht Jahre im Koma gelegen. An diesem Montag ist eine offizielle Trauerfeier im Parlament vorgesehen, anschließend wird Scharon mit militärischen Ehren auf seiner Schaffarm in der Negev-Wüste neben seiner Frau Lily beigesetzt.

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Die USA sollen bei den Trauerfeierlichkeiten von Vize-Präsident Joe Biden und Deutschland von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten werden. Auch der Nahost-Gesandte Tony Blair wird erwartet.
Politiker in aller Welt würdigten Scharons Verdienste um Israel als Militär und Politiker. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete ihn als Patrioten mit großen Verdiensten für sein Land, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte Scharon einen „Held seines Volkes“.

Verbittert äußerten sich die Palästinenser. Auf Scharon warte nun Gottes Strafe, sagte das führende Fatah-Mitglied Dschamal Muhessen: „Er wird für seine Verbrechen bestraft werden, vor allem für Sabra und Schatila.“ Während des Libanon-Krieges hatten mit Israel verbündete libanesische Milizen 1982 Hunderte Palästinenser in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila ermordet. Im Gazastreifen und im Libanon feierten Palästinenser seinen Tod.

Scharon hatte nach einer dramatischen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit Tagen mit dem Tode gerungen. „Mein lieber Freund, Ariel Scharon, hat heute seinen letzten Kampf verloren“, erklärte Präsident Peres. Scharon galt als Querkopf, der oft allein entschied. Dies trug ihm den Beinamen „Bulldozer“ ein. Von 2001 an war er Regierungschef. Den Palästinenseraufstand, den er im Jahr 2000 durch seinen Besuch des Muslimen und Juden heiligen Tempelberges in Jerusalem mit ausgelöst hatte, ließ er als Regierungschef niederschlagen. Dann ordnete er den Bau der Sperranlage zum Westjordanland an. 2005 setzte Scharon, der 1998 die Siedler noch aufgerufen hatte, so viele Siedlungen wie möglich zu bauen, den einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen durch – gegen massiven Widerstand im eigenen Land. Die Folgen wirken bis heute nach. dpa

12.01.2014
15.01.2014
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