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18:26 02.11.2013
Der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge fordert, mehr für arme Kinder in Deutschland zu tun.
Der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge fordert, mehr für arme Kinder in Deutschland zu tun. Quelle: dpa
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Dortmund/Köln

Der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge fordert, mehr für arme Kinder in Deutschland zu tun. In der Bundesrepublik lebten 1,62 Millionen Kinder unter 15 Jahren auf dem Sozialhilfeniveau in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften - landläufig „Hartz-IV-Haushalte“ genannt, sagte Butterwegge in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Bei etwa 10,5 Millionen Kindern insgesamt in dieser Altersgruppe sei das eine erschreckend hohe Zahl.

„Wenn eine Gesellschaft so reich ist wie unsere, hat sie die Verpflichtung, allen ihren Mitgliedern, besonders den jüngsten, optimale Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Dazu gehören materielle Ressourcen, die nicht zuletzt nötig sind, um kulturelle Angebote nutzen zu können“, sagte Butterwegge.

Arm zu sein bedeute mehr, als wenig Geld zu haben. Armut bedeute für Kinder und Jugendliche, nicht teilzuhaben am gesellschaftlichen Leben, nicht an Sport- und Kulturveranstaltungen teilnehmen zu können und die Freizeitaktivitäten einschränken zu müssen. Butterwegge fordert eine bessere finanzielle Ausstattung der Familien und eine Verstärkung der kulturellen Angebote wie zum Beispiel Vorlesen für Kinder. „Es ist wichtig, dass Kindern vorgelesen wird. Wenn das nicht geschieht, haben sie weniger Möglichkeiten, sich zu bilden und später gute Leistungen in der Schule zu erbringen“, sagte der Wissenschaftler.

An diesem Montag befasst sich in Dortmund eine Tagung des Bundesverbandes Museumspädagogik mit Bildungsbenachteiligung und Bildungschancen für Kinder und Jugendliche. Butterwegge ist einer der Referenten.

dpa

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