Auftakt am Montag - Atomkraftgegner protestieren gegen Castortransporte nach Lubmin – HAZ – Hannoversche Allgemeine
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Deutschland / Welt Atomkraftgegner protestieren gegen Castortransporte nach Lubmin
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09:59 06.12.2010
Anti-Atomdemonstration im Wendland gegen den Castor-Transport nach Gorleben. Quelle: Rainer Dröse
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Atomkraftgegner haben in rund 50 deutschen Städten Proteste gegen geplante Castortransporte nach Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) und ins russische Majak angekündigt.

Zum Auftakt wollen am Nikolaus-Montag mehrere tausend Teilnehmer auf die Straße gehen, kündigte Freya Rudek vom Lüneburger Aktionsbündis gegen Atom (LAgA) an. „Wir wollen den Transporten zu trauriger Popularität verhelfen, damit die ständigen Gefahren von Atomtechnologien nicht in Vergessenheit geraten.“ Die Aktionen richteten sich gegen die Gefahr der radioaktiven Fracht. Castortransporte stellten ein unnötiges Risiko für Anwohner und Polizei dar.

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Zehn Tage vor dem geplanten Castor-Transport in das atomare Zwischenlager Nord in Lubmin haben Atomkraftgegner zahlreiche Aktionen in Greifswald und Ostvorpommern angekündigt. Zur Vorbereitung von Demonstrationen, Lichterketten, Kundgebungen und Mahnwachen haben sich inzwischen 80 Aktivisten im „Anti-Atom-Bündnis Nordost“ zusammengefunden, wie deren Sprecherin Nadja Tegtmeyer am Montag in Greifswald mitteilte.
Für Dienstag (7.12.) rief die Initiative die Familien der Stadt zu einem Laternenumzug zum Greifswalder Dom auf. Ab Donnerstag (9.12.) wollen die Atomkraftgegner in Greifswald Infostände einrichten, um über die Risiken des Transports abgebrannter Brennelemente zu informieren.
Zur Großdemonstration am Samstag (11.12.) in Greifswald erwarte man etwa 3.000 Teilnehmer, sagte Tegtmeyer. „Viele angereiste Aktivisten werden anschließend bis zum Eintreffen der vier Castorbehälter aus dem französischen Cadarache in der Region am 16. Dezember bleiben und weitere Aktionen vorbereiten.“ Geplant seien Vorträge über alternative Energien und eine Lesung im Koeppen-Haus zur Katastrophe in Tschernobyl im April 1986. Für den 14. Dezember riefen die Greifswalder Kirchgemeinden dazu auf, eine Lichterkette von Greifswald bis Greifswald Eldena zu bilden. Ab diesem Zeitpunkt seien auch Mahnwachen entlang der Gleise nach Lubmin geplant, kündigte Tegtmeyer an.

dpa/dapd

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