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Deutschland / Welt Atomkraftwerk Krümmel nach Schnellabschaltung erneut vom Netz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Atomkraftwerk Krümmel nach Schnellabschaltung erneut vom Netz
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12:12 05.07.2009
Erneut vom Netz: das Atomkraftwerk Krümmel. Quelle: Hero Lang/ddp
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Das Kieler Sozialministerium, das für die Atomaufsicht zuständig ist, ordnete eine Zuverlässigkeitsprüfung des Betreibers Vattenfall an.

Ursache für die Schnellabschaltung war nach Angaben von Vattenfall eine Störung in einem der beiden Maschinentransformatoren. Diese Transformatoren sorgen dafür, dass der vom Akw erzeugte Strom ins Netz gespeist wird. Näheres konnte eine Sprecherin des Unternehmens zunächst nicht mitteilen. Die Untersuchung der Umstände laufe.

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Die Kieler Sozialministerin Gitta Trauernicht erklärte, sie habe „eine erneute Zuverlässigkeitsprüfung des Betreibers veranlasst“. Vattenfall habe die Verantwortung für einen sicheren Betrieb des Kernkraftwerks. „Vattenfall ist jetzt in der Pflicht, weitreichende Konsequenzen aus dem jüngsten Störfall zu ziehen“, hob sie hervor. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg forderte eine endgültige Stilllegung von Krümmel sowie des Akw Brunsbüttel.

Es ist die zweite Panne in Krümmel binnen weniger Tage. Erst am Mittwoch hatte Vattenfall das Akw vom Netz nehmen müssen, nachdem ein Eigenbedarfstransformator ausgefallen war, der das Kraftwerk mit Strom versorgt. Ursache dafür war nach Unternehmensangaben ein menschliches Versagen; ein Ventil an dem Transformator sei falsch eingestellt gewesen. Der Reaktor lief bei niedriger Leistung weiter.

Krümmel war nach zwei Jahren Stillstand erst Ende Juni wieder in Betrieb genommen worden. Grund für die Stilllegung war ein Störfall, der durch einen Brand in einem Maschinentransformator ausgelöst worden war.

Die Panne vom Sonnabend in Krümmel führte dazu, dass fast alle Ampelanlagen der Stadt Hamburg ausfielen. Wie Vattenfall mitteilte, fielen am Sonnabendmittag nicht nur 1500 von 1800 Ampeln aus, auch einige Einkaufszentren wie das Alstertal und die Stahl- und Aluminiumwerke waren von dem Spannungseinbruch im Stromnetz betroffen.

afp