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Deutschland / Welt Auf „Gorch Fock“ tödlich verunglückte Kadettin war dienstuntauglich
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Auf „Gorch Fock“ tödlich verunglückte Kadettin war dienstuntauglich
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18:19 07.02.2011
Das Marine-Schulschiff „Gorch Fock“.
Das Marine-Schulschiff „Gorch Fock“. Quelle: dpa
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Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Sie beruft sich auf einen ihr nach eigenen Angaben vorliegenden Untersuchungsbericht der Marine.

Die Kieler Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage: „Die Frage, unter anderem der Borddienstverwendungsfähigkeit der Offiziersanwärterin S., ist Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Prüfungen.“ Die Strafverfolgungsbehörde stehe bei den Untersuchungen in engem Kontakt zum Verteidigungsministerium und den nachgeordneten Dienststellen, sagte Oberstaatsanwaltin Birgit Heß der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Weitere Erklärungen würden zurzeit nicht abgegeben.

Das Presse- und Informationszentrum der Marine im schleswig-holsteinischen Glücksburg lehnte jede Stellungnahme ab.

In dem Marine-Untersuchungsbericht heißt es laut „Bild“-Zeitung, die Obduktion des Leichnams habe eine Körpergewicht ergeben, „welches in Relation zur Körpergröße eine Borddienstverwendungsfähigkeit ausgeschlossen hätte“. Warum die massive Gewichtszunahme vor der Versetzung auf die „Gorch Fock“ mit ihrer körperlich sehr anstrengenden Ausbildung und auch dort vor dem Unfall nicht aufgefallen sei, sei jetzt ebenfalls Teil des weiteren Untersuchungsverfahrens.

Das Segelschulschiff, bislang der Stolz der Marine, steht im Fokus der Aufmerksamkeit, weil Offiziersanwärter der Stammmannschaft einen unsensiblen Umgang mit dem Tod der Kameradin und massive Drangsalierung der Kadetten bis hin zu sexuellen Nötigung vorgeworfen hatten. Eine Untersuchungskommission der Marine ist an Bord gegangen, um die Vorwürfe aufzuklären. Das nach Deutschland zurückbeorderte Schiff befindet sich derzeit auf dem Rückweg von Südamerika.

dpa

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