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Deutschland / Welt Auseinandersetzungen im iranischen Isfahan
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Auseinandersetzungen im iranischen Isfahan
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17:47 23.12.2009
Bei den Auseinandersetzungen im iranischen Isfahan wurden mehrere Menschen verletzt. Quelle: afp (Archiv)

Wie die Oppositions-Website Rahesabz meldete, versuchte die Polizei eine Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Großayatollah Montaseri aufzulösen. Im Prozess gegen die Französin Clotilde Reiss im Iran gab es bisher kein Urteil.

Hunderte Uniformierte und Sicherheitskräfte hätten die Moschee am Morgen umstellt und Trauernde am Eintreten gehindert, berichtete Rahesabz. Daraufhin sei es zu Auseinandersetzungen mit Oppositionellen gekommen, die an der Veranstaltung in der Sejed-Moschee teilnehmen wollten. "Die Sicherheitskräfte haben die Menschen, darunter Frauen und Kinder, mit Schlagstöcken, Ketten und Steinen geschlagen", hieß es. Es seien zahlreiche Menschen verhaftet und verletzt worden.

Die Website der iranischen Minderheitsfraktion im Parlament, Parlemannews, berichtete, über 50 Menschen seien festgenommen worden, darunter vier Reporter. Montaseri war die religiöse Galionsfigur der Opposition im Iran und war Samstag im Alter von 87 Jahren gestorben. Bei seiner Beerdigung gab es heftige Proteste.

Polizeichef Esmail Ahmadi Moghadam kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Oppositionellen auch in Zukunft an. "Wir empfehlen dieser Bewegung, ihre Aktionen zu beenden, weil die Polizei mit Entschiedenheit gegen die Unruhestifter vorgehen wird", zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Irna.

Rund tausend Mitglieder der iranischen Bassidsch-Miliz hatten am Dienstag das Büro eines reformorientierten Großayatollahs in der den Schiiten heiligen Stadt Ghom angegriffen. Milizionäre in Zivil zerstörten die Fenster des Büros von Großayatollah Jussuf Sanei, wie die Internetseite Norooznews vermeldete. Demnach beleidigten und schlugen sie die Mitarbeiter und hängten Bilder des geistlichen Führers Ayatollah Ali Chamenei auf.

Der Prozess gegen die französische Lektorin Reiss wurde nach einer dreistündigen Anhörung verschoben, wie ihr Anwalt Mohammed Ali Mahdawi Sabet nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Fars sagte. Er habe dem Richter zahlreiche Fragen beantwortet, um seine Klientin zu verteidigen. Der letzte Teil der Plädoyers werde bei der nächsten Anhörung gehalten. Reiss, die als Lektorin an der Universität Isfahan gearbeitet hatte, war am 1. Juli im Iran festgenommen worden. Die iranische Justiz wirft ihr vor, die "Aufrührer" der Proteste ermutigt zu haben.

afp

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