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Deutschland / Welt Awacs-Einsatz ohne deutsche Beteiligung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Awacs-Einsatz ohne deutsche Beteiligung
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12:04 11.01.2011
Die Nato verfügt derzeit über 17 Awacs-Flugzeuge, knapp 40 Prozent des Personals stellt die Bundeswehr. Quelle: dpa (Archiv)
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Die Spezialflugzeuge, die in Geilenkirchen bei Aachen stationiert sind, sollen den Luftraum über Afghanistan überwachen und auch zur Koordinierung des zivilen Flugverkehrs beitragen. Die Nato teilte mit, der Einsatz sei auf 90 Tage begrenzt und könne auch ohne Mitwirkung der Bundeswehr begonnen werden. Dem Vernehmen nach werden Frankreich und Großbritannien die Arbeit der deutschen Soldaten übernehmen und auch das Bodenpersonal stellen.

Deutschland sollte jeweils 25 Soldaten für die Flugzeuge und insgesamt 75 Mann für die Bodenstation abstellen. Die Nato verfügt derzeit über 17 Awacs-Flugzeuge, knapp 40 Prozent des Personals stellt die Bundeswehr.

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Die Bundesregierung begründete die Absage an die Nato mit dem Hinweis, dass es derzeit kein Bundestagsmandat für die Einsatz von deutschen Soldaten an Bord von Awacs-Maschinen über Afghanistan gebe. Dazu sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dieser Zeitung, man sollte die jetzt vereinbarte Einsatzzeit ohne deutsche Soldaten an Bord abwarten und auswerten, ob es der deutschen Unterstützung bedürfe. „Das kann man nach drei Monaten sehr, sehr gut bemessen und darstellen.“ Finanziell beteilige sich Deutschland an dem Awacs-Einsatz über Afghanistan.

Noch in diesem Monat wird der Bundestag ein neues Mandat für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr beschließen. Darin ist bisher keine Beteiligung deutscher Soldaten an Awacs-Flügen vorgesehen. In Berlin wird deshalb damit gerechnet, dass die Nato den Druck verstärken wird, damit sich schon bald an der Luftraumüberwachung am Hindukusch beteiligt.

Bei den Awacs-Flugzeugen handelt es sich um unbewaffnete Boeings vom Typ 707, die mit einem Radarpilz ausgestattet sind und aus einer Höhe von 9000 Metern eine Fläche von der Größe Polens (300 000 Quadratkilometer) überwachen können. Bisher bedient sich die Nato in Afghanistan amerikanischer Awacs-Verbände. Awacs steht für „Airborne Warning und Control Systems“ – luftgestützte Warn- und Kontrollsysteme.

Klaus von der Brelie
 und Dieter Wonka