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Deutschland / Welt Bedford-Strohm bleibt EKD-Ratsvorsitzender
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10:17 11.11.2015
Bleibt im Amt: Heinrich Bedford-Strohm.
Bleibt im Amt: Heinrich Bedford-Strohm. Quelle: dpa
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Bremen/Hannover

Der lutherische Theologe erhielt 124 von 125 abgegebenen Stimmen.

Bedford-Strohm ist seit 2011 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Den Ratsvorsitz übernahm er im vergangenen Jahr, nachdem Nikolaus Schneider wegen einer Erkrankung seiner Frau Anne zurückgetreten war.

Vor dem lutherischen Theologen Bedford-Strohm liegt nun eine sechsjährige Amtszeit. Er wird somit 2017 an der Spitze der evangelischen Kirche stehen, wenn die Protestanten das 500. Reformationsjubiläum feiern. Das Jubiläum geht zurück auf die Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther im Jahr 1517, die als Ausgangspunkt für die weltweite Reformation gelten.

Mit der hannoverschen Kirchenamtspräsidentin Stephanie Springer (48) zog auch Kandidatin aus Niedersachsen in den Rat ein. Die promovierte Juristin bekam gleich im ersten Wahlgang 94 von 137 Stimmen. Vier andere niedersächsische Bewerber verfehlten dagegen die nötige Anzahl der Stimmen und zogen ihre Kandidatur zurück.

Bedford-Strohm erhielt am Dienstag im ersten Wahlgang 126 von 137 abgegebenen Stimmen und übertraf damit die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit von 92 Stimmen deutlich. Zusammen mit ihm und Springer wurde in der ersten Abstimmungsrunde die westfälische Präses Annette Kurschus (52) in den 15 Mitglieder zählenden Rat gewählt. Die Theologin bekam 101 Stimmen. Sie gilt damit als Anwärterin für den stellvertretenden Ratsvorsitz, über den ebenfalls am Mittwoch entschieden wird. Im zweiten Wahlgang gelang der 54 Jahre alten Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (54) der Sprung in das Leitungsgremium. Die drei Frauen gehörten dem Rat bislang nicht an.

In weiteren Wahlgängen wurden für die sechsjährige Amtsperiode gewählt: der Pharma-Manager Andreas Barner (62), der Berliner Bischof Markus Dröge (61), die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (54), die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (48), der Jurist Jacob Joussen (45), Professor an der Ruhr-Universität Bochum, der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung (55) und der CDU-Politiker Thomas Rachel (53), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium.

Genügend Stimmen erhielten nach wiederholten Anläufen auch Michael Diener (53) aus Kassel, Vorsitzender der theologisch konservativen Deutschen Evangelischen Allianz, die Tübinger Theologie-Professorin Elisabeth Gräb-Schmidt (59) und die ehemalige Direktorin der Deutschen Bank, Marlehn Thieme (58) aus Bad Soden am Taunus. Im letzten Wahlgang kam der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes der evangelischen Kirche in Württemberg, Dieter Kaufmann (60), in den Rat, nachdem der letzte verbliebene Konkurrent seine Kandidatur aufgegeben hatte. Synodenpräses Irmgard Schwaetzer gehört dem Rat qua Amt an.

Für die in Bremen zu vergebenen 14 Sitze hatten sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Aus Niedersachsen waren darunter auch die Direktorin des Landesmuseums in Hannover, Katja Lembke, der Göttinger Religionswissenschaftler Professor Alexander-Kenneth Nagel, der Finanzrichter Norbert Nordholt aus Schüttorf im Landkreis Grafschaft Bentheim sowie der aus Oldenburg stammende Student Ingo Dachwitz.

Unter den neu gewählten Ratsmitgliedern sind sieben Frauen und acht Männer. Fünf der 15 Mitglieder gehörten dem Rat bereits vor der Neuwahl an.

dpa/mhu

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13.11.2015