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Deutschland / Welt Berlin feiert den 20. Jahrestag des Mauerfalls
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14:58 09.11.2009
Ein von Schülern der Oranienburger Torhorstschule gestalteter Dominostein zeigt einen Regenbogen und eine Friedenstaube über der durchbrochenen Berliner Mauer. Quelle: ddp
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Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchten am Montagmorgen einen ökumenischen Gottesdienst in der Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Die Kirche gilt als ein Zentrum der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR.

Am Brandenburger Tor werden am Abend die Staats- oder Regierungschefs aller EU-Mitgliedsstaaten, US-Außenministerin Hillary Clinton und der russische Präsident Dmitri Medwedew erwartet. Merkel hatte den 9. November 1989 als „glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte“ bezeichnet.

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, erinnerte beim Gottesdienst an die großen Demonstrationen von 1989. „Letztlich machte der Ruf der Massen nach Freiheit dem DDR-Staat ein Ende“, sagte Zollitsch. Der Berliner Bischof Wolfgang Huber warnte vor dem Vergessen. „Wachsam sind wir auch, wenn dem Unrecht des SED- Staats der Mantel der Verharmlosung umgehängt wird“, sagte er. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) besuchte am Vormittag eine Gedenkfeier an der Bernauer Straße.

Kanzlerin Merkel will am Nachmittag gemeinsam mit ehemaligen DDR- Bürgerrechtlern über die frühere Grenze an der Bornholmer Straße gehen. Der Kontrollpunkt war am 9. November 1989 der erste, über den die Menschen in den Westen stürmten. An dem symbolischen Spaziergang nehmen auch der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der frühere polnische Bürgerrechtler und Staatspräsident Lech Walesa teil.

1000 bemalte Dominosteine

Höhepunkt ist am Abend das Fest der Freiheit am Brandenburger Tor. Rund 1000 bemalte Dominosteine, die den Mauerverlauf nachbilden, sollen umkippen und damit an den Fall der Grenze im November 1989 erinnern.

Die 1961 errichtete Berliner Mauer trennte den Osten und Westen der Stadt mehr als 28 Jahre lang und war Symbol der deutschen Teilung. SED-Politbüromitglied Günter Schabowski verkündete am Abend des 9. November 1989 überraschend und fast beiläufig die Öffnung der DDR-Grenzen. Westerwelle: Mauer fiel nicht, sondern wurde „eingedrückt“

US-Außenministerin Clinton würdigte am Sonntagabend den Fall der Mauer als eines der wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Er habe „die Landschaft eines Kontinents verändert“, sagte sie bei ihrem ersten Deutschland-Besuch als Ministerin. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, Deutschland sei dem amerikanischen Volk heute noch „sehr dankbar“ für die damalige Hilfe. Die Mauer sei jedoch „nicht gefallen“. „Sie wurde eingedrückt. Von Menschen, und zwar von Osten nach Westen. Sie wurde umgestürzt, abgetragen, niedergerissen, in einer friedlichen Revolution.“

Zu den Jubiläumsfeiern werden hunderttausende Besucher erwartet. Etwa 3000 Journalisten aus aller Welt wollen berichten. Am 9. November erinnert Deutschland aber auch an die Pogromnacht von 1938 und die Verfolgung jüdischer Bürger durch die Nationalsozialisten.