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Deutschland / Welt Berliner Uni entzieht CDU-Politiker die Doktorwürde
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17:40 04.02.2019
Bald nur noch Herr Steffel? Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel steht vor dem Verlust der Doktorwürde. Quelle: imago/photothek
Berlin

Immer wieder Ärger mit der Doktorarbeit: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) durfte ihren Doktorgrad behalten, Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nicht. Die frühere Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) verlor Doktorgrad und Kabinettsposten. Jetzt hat es den Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel, 52, erwischt. Auch er muss seinen Doktorgrad nach Plagiatsvorwürfen abgeben.

Die Freie Universität Berlin ließ am Montag erklären, das Präsidium der Hochschule habe Steffel den 1999 vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft verliehenen Doktorgrad (Dr. rer. pol.) aberkannt. Der Beschluss sei einstimmig gefallen. Gegen die Entscheidung kann Steffel vor dem Verwaltungsgericht klagen.

Fast wörtlich abgeschrieben

Als Begründung nannte das Gremium der Hochschule, Steffel habe in seiner Dissertation über „Bedeutung und Entwicklung der Unternehmer in den neuen Bundesländern nach der deutschen Einheit 1990“ an zahlreichen Stellen wörtliche oder fast wörtliche Zitate in erheblichem Umfang übernommen, ohne sie als solche kenntlich gemacht zu haben.

Der CDU-Politiker verlor 2001 als Spitzenkandidat der CDU gegen den damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der 52-Jährige vertritt den Berliner Bezirk Reinickendorf im Bundestag.

Nach Angaben der Freie Universität Berlin wurden die Plagiatsvorwürfe über mehrere Monate geprüft. Für jede der vom Gremium überprüften Passagen gebe der Verfasser zwar eine Quelle an, teilt die Universität mit. Es werde jedoch nicht ersichtlich, „dass er wörtlich oder fast wörtlich Texte anderer Autoren in seine Dissertation eingefügt hat und in welchem Umfang“.

Steffel weist Täuschungsvorwurf zurück

Steffel hatte die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Einen Täuschungsvorsatz wies er zurück. Außerdem verwies er auf die Zitierweise seines damaligen wissenschaftlichen Betreuers im Promotionsverfahren.

Im November 2017 hatte die Universität Berlin einen Hinweis auf mögliche Plagiate in der von Steffel verfassten Dissertation erhalten. In dem Prüfverfahren wurden auch Stellungnahmen von Mitgliedern der damaligen Promotionskommission und vom damaligen Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft eingeholt. Unter Berücksichtigung aller Stellungnahmen bejahe das Prüfungsgremium und das Präsidium der Freien Universität „eine zumindest bedingt vorsätzliche Täuschung und eine Verletzung des Gebotes der wissenschaftlichen Redlichkeit“, erklärte die Universität.

Von Jörg Köpke/RND

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