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Deutschland / Welt Matthias Platzeck tritt zurück
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18:34 29.07.2013
Am ersten Arbeitstag von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nach seiner Erkrankung sind SPD-Landesvorstand und -Fraktion in Potsdam überraschend zu einer gemeinsamen Sitzung einberufen worden Quelle: dpa
Potsdam

Matthias Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen als Brandenburgs Ministerpräsident und als Vorsitzender der Landes-SPD zurück. Nachfolger in beiden Ämtern wird nach dpa-Informationen der bisherige Innenminister Dietmar Woidke (SPD). Mehrere Medien hatten zuvor von dem Rücktritt berichtet.

Der 51-Jährige Woidke galt seit längerem als Favorit für eine eventuelle Nachfolge. Offen blieb zunächst, was mit Platzecks Posten als Aufsichtsrats-Chef der Flughafengesellschaft für den neuen Hauptstadt-Airport BER wird.

Der Wechsel an der Regierungsspitze erfolgt aus verfassungsrechtlichen Gründen am 28. August, wenn planmäßig eine Landtagssitzung anberaumt ist. Platzeck hatte Mitte Juni einen leichten Schlaganfall erlitten. Am Montag war der 59-Jährige nach einem dreiwöchigen Urlaub an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Überraschend waren am Morgen Landesvorstand und Landtagsfraktion der brandenburgischen SPD zu einer gemeinsamen Sitzung für den späten Montagnachmittag einberufen worden. Thema ist die politische Zukunft des SPD-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten. Anschließend soll die Presse offiziell informiert werden.

Nach dpa-Informationen soll der bisherige Chef der SPD-Fraktion im Potsdamer Landtag, Ralf Holzschuher, neuer Innenminister werden. Sein Amt soll Klaus Ness, bisher Generalsekretär der Brandenburger SPD, übernehmen.

Platzeck war in der Vergangenheit immer wieder durch gesundheitliche Probleme zum Pausieren gezwungen worden. 2006 war er kurzzeitig auch Vorsitzender der Bundes-SPD. Zwei Hörstürze und ein Zusammenbruch zwangen den Hoffnungsträger damals nach 146 Tagen zum Rückzug. Nach dem jüngsten Schlaganfall hatte er zunächst beteuert, alle seine Ämter weiter erfüllen zu wollen. Allerdings hatte der Regierungschef am 27. Juni auch versichert, sich nach dem Rat der Ärzte richten zu wollen und seine politische Zukunft von der vollständigen Genesung abhängig gemacht.

Der frühere Brandenburger Umweltminister hatte 2002 das Amt des Ministerpräsidenten von Manfred Stolpe übernommen. Bis 2009 stand Platzeck an der Spitze einer rot-schwarzen Koalition mit der CDU. Seitdem regiert er gemeinsam mit der Linken.

dpa

Zur Person

Auch wenn er im Umgang immer etwas jungenhaft wirkt, ist Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck mittlerweile seit mehr als 20 Jahren im Politik-Geschäft. Seine Wurzeln hat der 59-Jährige in der Umweltbewegung.
Bei der ersten freien Volkskammerwahl 1990 kandidierte er erfolgreich für die Grüne Partei der DDR. Noch im selben Jahr übernahm er in der von Manfred Stolpe (SPD) geführten Potsdamer Ampelkoalition das Amt des Umweltministers, das er acht Jahre lang ausübte. Hier profilierte sich der gelernte Ingenieur vor allem als Krisenmanager während des Oder-Hochwassers 1997, was ihm den Beinamen „Deichgraf“ eintrug.

Erst 1995 trat Platzeck in die SPD ein, 2002 übernahm er von Stolpe das Amt des Ministerpräsidenten in Brandenburg und stand bis 2009 an der Spitze einer rot-schwarzen Koalition mit der CDU. Seitdem regiert der bodenständige Politiker, der auch SPD-Landesvorsitzender ist, gemeinsam mit der Linken. Dies brachte ihm vor allem wegen der Stasi-Vergangenheit etlicher Linke-Funktionsträger heftige Kritik ein. Dennoch ist Platzeck in Brandenburg wegen seiner unkomplizierten, direkten Art sehr populär.

Ein Rückschlag war 2006 die nur 146 Tage dauernde Amtszeit als Bundesvorsitzender der SPD: Zwei Hörstürze und ein Zusammenbruch zwangen den Hoffnungsträger zum Rückzug. Im Juni dieses Jahres erlitt er einen leichten Schlaganfall.
Der Sohn eines HNO-Arztes und einer medizinisch-technischen Assistentin wurde am 29. Dezember 1953 in Potsdam geboren. Für die Fitness joggt der Vater von drei Töchtern, ist aber auch gleichzeitig Hobbykoch. Im Urlaub liebt Platzeck das Bergwandern.

dpa

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