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Deutschland / Welt Brown bei Soldaten in Afghanistan
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18:26 06.03.2010
Premierminister Gordon Brown
Premierminister Gordon Brown Quelle: dpa
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Zugleich lobte er die NATO-Militäroffensive gegen die radikalislamischen Taliban im umkämpften Süden des Landes. Die Ergebnisse seien heute bereits besser als erwartet. Die Opposition kritisierte den Besuch als Wahlkampfaktion.

Die britische Armee soll nach Angaben von Regierungsvertretern etwa 200 neue, robustere Patrouillenfahrzeuge bekommen. Sie sollen bis Ende 2011 die jetzigen Wagen ersetzen. Hintergrund: Das Militär verzeichnete bisher hohe Verluste durch Straßenminen. Erst am Freitag war ein britischer Soldat gestorben. Im Afghanistan-Einsatz kamen seit 2001 269 Briten ums Leben. Brown zollte den gefallenen Soldaten bei seinem Besuch Tribut. „Wir werden alles tun, um Sie mit der nötigen Ausrüstung und den nötigen Mitteln zu unterstützen“, versicherte er den Soldaten.

Brown hatte sich noch am Freitag vor einem Untersuchungsausschuss in London gegen Vorwürfe einer schlecht ausgestatteten Truppe im Irakkrieg gewehrt. Hochrangige Militärs warfen ihm vor, damals als Schatzkanzler das Verteidigungsbudget radikal gekürzt zu haben. Der Etat sei in seiner Zeit chronisch unterfinanziert gewesen. Brown bestritt dies: „Jeder Bitte um Ausrüstung der Kommandeure wurde entsprochen.“

Der Premier versprach den Afghanen mehr Geld für die Ausrüstung und das Training ihrer Truppen. Für den Aufbau der Polizei sollen 150 weitere britische Ausbilder entsandt werden. Insgesamt sollen 118 Millionen Pfund (rund 130 Mio Euro) nach Kabul fließen. Brown dankte den Militärverbänden und den zivilen Beratern für ihre Arbeit beim Wiederaufbau des Landes.

Brown besuchte mehrere von den Soldaten eingenommene frühere Taliban-Hochburgen und ein Ausbildungszentrum der Polizei. Schon 20 Tage nach Beginn der NATO-Offensive „hat sich eine Hochburg brutaler Taliban-Gewalt in einen Leuchtturm der Hoffnung für die Einheimischen gewandelt“, sagte Brown in der Stadt Schowal. Im kommenden Jahr sollen 134.000 afghanische Beamte die innere Sicherheit dauerhaft gewährleisten. „Das ist eine wesentliche Herausforderung in der nächsten Phase“, sagte der Premier.

In London wurde der Besuch mit Kritik aufgenommen. „Einige in der Armee werden sehr unerfreut darüber sein, als politische Requisite benutzt worden zu sein“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der konservativen Tories, Liam Fox. Die neue Ausrüstung habe Brown bereits vor mehr als zwei Monaten zugesagt. In Großbritannien soll voraussichtlich im Mai ein neues Parlament gewählt werden.

dpa