Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Brown geht mit deutlichem Umfrage-Rückstand in Wahlkampf-Endspurt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Brown geht mit deutlichem Umfrage-Rückstand in Wahlkampf-Endspurt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:20 02.05.2010
Großbritanniens Premierminister Gordon Brown geht mit deutlichem Umfrage-Rückstand in den Wahlkampf-Endspurt. Quelle: dpa
Anzeige

Eine Erhebung des Instituts YouGov für die Zeitung „Sunday Times“ sah Labour mit 27 Prozent nur an dritter Stelle hinter den Liberaldemokraten (28 Prozent) und den Tories (35 Prozent). In einer Umfrage des Instituts Angus Reid für die Zeitung „Sunday Express“ lag Labour sogar nur bei 23 Prozent - zwölf Prozentpunkte hinter den Konservativen. Unsicher ist aber, ob die Tories eine absolute Mehrheit im Londoner Unterhaus erringen können. Andernfalls wären sie vermutlich auf eine Unterstützung der Liberaldemokraten angewiesen.

Brown sagte der Zeitung „The Observer“, er werde „jede Sekunde jedes Tages“ für seinen Sieg kämpfen. Doch der Premierminister muss immer neue Rückschläge hinnehmen: Am Wochenende entzogen ihm die führenden Zeitungen „Times“ und „Guardian“ ihre Unterstützung. „Die Wirtschaft ist in Gefahr. Das Risiko ist Brown“, schrieb die „Times“ in ihrer Sonnabendsausgabe. Zum ersten Mal seit 18 Jahren empfahl das Blatt, für die Tories zu stimmen. Auch der traditionell der Labour-Partei zugeneigte „Guardian“ versagte dem Regierungschef für den Urnengang am 6. Mai die Unterstützung und rief zur Wahl der Liberaldemokraten auf, deren Anführer Nick Clegg bei den TV-Debatten punkten konnte.

Anzeige

Für Gesprächsstoff sorgten weiter Browns abfällige Äußerungen vor laufenden Mikrofonen über eine ältere Dame. Die Witwe Gillian Duffy sagte der Zeitung „Mail on Sunday“, sie empfinde Mitleid für den Premierminister. Ihr tue „wirklich leid“, was passiert sei, denn Brown habe „mehr zu verlieren“ als sie. Brown hatte sich am Mittwoch einen schweren Patzer im Wahlkampf geleistet. Nach der Begegnung mit der Seniorin im nordwestenglischen Rochdale hatte er die Frau im Gespräch mit einem Mitarbeiter „verbohrt“ genannt. Dabei vergaß der Premier, dass noch das Mikrofon eines Kamerateams an seinem Anzug steckte.

Der konservative Spitzenkandidat David Cameron nannte Brown am Sonntag eine „geschrumpfte Persönlichkeit“, die sich verzweifelt an die Macht klammere. Seine Tories seien bereit, die Verantwortung für das Land zu übernehmen, sagte Cameron der „Sunday Times“. Brown gelangte im Jahr 2007 an die Macht, allerdings ohne eine Parlamentswahl. Er folgte Premierminister Tony Blair nach, der Labour in den Jahren 1997, 2001 und 2005 zu Wahlsiegen geführt hatte.

afp