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Deutschland / Welt Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gauck verzichtet auf zweite Amtszeit
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13:29 06.06.2016
Will sich heute zu seiner Zukunft äußern: Bundespräsident Joachim Gauck. Quelle: dpa
Berlin

Bundespräsident Joachim Gauck verzichtet aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit. Der 76-Jährige sagte am Montag im Schloss Bellevue in Berlin: "Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann." Ihm sei bewusst, "dass die Lebensspanne zwischen dem 77. und 82. Lebensjahr eine andere ist als die, in der ich mich jetzt befinde".

2012 ist der einstige DDR-Kirchenfunktionär Joachim Gauck zum 11. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. Rückblick auf eine steile Karriere in Bildern, die Gauck in das höchste Amt des Staates geführt hat.

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, sagte Gauck. Er sei zugleich "von Herzen dankbar" für die "Zeichen der Ermutigung und der Unterstützung", auch über 2017 hinaus im Amt zu bleiben. "Wie man das eigene Alter betrachtet, das ist eine ganz individuelle, ganz persönliche Frage. Ich habe sie für mich nun so beantwortet."

Mehrheit wollte Gaucks Wiederwahl

Nach der seit dem Wochenende erwarteten Absage Gaucks müssen sich die Parteien auf eine Nachfolge einigen. Dabei zeichnen sich schwierige Gespräche ab. In der Bundesversammlung, die am 12. Februar 2017 den Präsidenten wählt, hat die Union zwar mit Abstand die meisten Sitze, aber keine eigene Mehrheit.

Im Februar 2017 wird ein neuer Bundespräsident gewählt – Joachim Gauck verzichtet auf eine zweite Amtszeit. Wer folgt nach ihm? Diese Politiker sind im Gespräch.

Der frühere Pastor in der DDR und Ex-Chef der Stasi-Unterlagenbehörde war 2012 als Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff (CDU) ins höchste Staatsamt gewählt worden. Am Montag betonte Gauck: "Bis zum Ende meiner Amtszeit werde ich meine Aufgaben mit allem Ernst, mit Hingabe und mit Freude erfüllen."

Union, SPD und Grüne hatten eine zweite Amtszeit Gaucks befürwortet. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für seine Wiederwahl aus. Zuletzt meinten 70 Prozent der Bundesbürger in einer Umfrage, Gauck solle weitermachen.

Gauck: Kein Grund zur Sorge

Bis zuletzt war darüber spekuliert worden, ob er wegen der Auswirkungen der Flüchtlingskrise und angesichts des Erstarkens der rechtspopulistischen AfD aus einem Bewusstsein der Verantwortung heraus nochmals antreten würde. Der Präsident betonte aber, dass sich Deutschland nicht in einer Staatskrise befinde.

"Unser Land hat engagierte Bürger, und es hat funktionierende Institutionen. Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem Deutschland daher kein Grund zur Sorge. Er ist vielmehr demokratische Normalität – auch in fordernden, auch in schwierigen Zeiten."

dpa/RND

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