Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Bundestag beschließt „Patriot“-Einsatz in der Türkei
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bundestag beschließt „Patriot“-Einsatz in der Türkei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:54 14.12.2012
400 Bundeswehrsoldaten sollen mit Patriot-Lenkflugkörpern die türkische Grenzen verteidigen. Quelle: Bundeswehr/Peter Müller
Anzeige
Berlin

Die Bundeswehr wird zu einem neuen Auslandseinsatz in die Türkei geschickt. Der Bundestag beschloss am Freitag mit großer Mehrheit die Entsendung von zwei deutschen «Patriot»-Raketenabwehrstaffeln mit insgesamt bis zu 400 Soldaten. Die Bundeswehr soll dabei helfen, den Nato-Partner vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu schützen. Außer Deutschland sind bei dem Einsatz auch die USA und die Niederlande dabei.

Im Bundestag stimmten 461 von 555 Abgeordneten für die neue Mission. Es gab 86 Nein-Stimmen und acht Enthaltungen. Nur die Linkspartei hatte geschlossen Ablehnung angekündigt. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) betonte, bei dem Einsatz handele es sich um eine «rein defensive Maßnahme». „Für uns ist selbstverständlich, dass wir unserem Partner und Verbündeten Türkei im Nato-Rahmen helfen, sich gegen eine äußere Bedrohung zu schützen.“

Anzeige

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Ich bedanke mich beim Bundestag für die schnelle Beratung und die breite Zustimmung für das Mandat.“ Die Türkei hatte die Nato erst im November offiziell um Beistand gebeten.

Der Einsatz soll Anfang nächsten Jahres beginnen. Die beiden deutschen Staffeln werden aller Voraussicht nach in der Nähe der Großstadt Kahramanmaras im Süden der Türkei stationiert, etwa hundert Kilometer von der Grenze entfernt. Das Mandat umfasst auch den Einsatz von deutschen Soldaten, die bei der Überwachung des türkischen Luftraums mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen helfen.

dpa

Mehr zum Thema

„Die Kinder kommen erfroren an - nur mit den Fetzen, die sie am Leibe tragen“, berichtet die UN-Flüchtlingsexpertin Melissa Fleming. „Tausende sind allein unterwegs, viele haben ihre Eltern und Freunde sterben sehen.

13.12.2012

Einsatz an der Grenze zu Syrien, Einsatz in Mali: Wo liegen die Risiken? Und wo die nationalen Interessen der Deutschen? Ein Gespräch mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière über neue Missionen der Bundeswehr in der Türkei und in Afrika.

13.12.2012

Rund 6600 Bundeswehr-Soldaten sind derzeit im Auslandseinsatz – in neun verschiedenen Missionen. Zwei kommen nun noch hinzu: der Raketenschutz für die Türkei und ein Ausbildungseinsatz im afrikanischen Mali. Beide Gebiete gleichen einem Pulverfass. Syrien versinkt immer tiefer im Bürgerkrieg. Im abtrünnigen Norden Malis, wo die Bundeswehr die reguläre Armee trainieren soll, sehen manche die neue Hochburg islamistischer Terroristen. Zweifellos besteht die Gefahr, in neuen Schlamassel zu schlittern.

06.12.2012