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Deutschland / Welt Bundeswehr bestellt eigenes Kontingent an Schweinegrippe-Impfstoff
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bundeswehr bestellt eigenes Kontingent an Schweinegrippe-Impfstoff
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15:02 12.10.2009
Die Bundeswehr hat ein eigenes Kontingent an Schweinegrippe-Impfstoff bestellt. Quelle: Udo Heuer
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Vor einem Einsatz im Ausland bekämen die Soldaten je nach den dortigen Ansteckungsmöglichkeiten oftmals gleich eine ganze Reihe von Impfungen. Um ihre Gesundheit zu schützen und „die Durchhaltefähigkeit sicherzustellen“, erhielten sie einen „sehr umfassenden Impfschutz, der weit über die Erfordernisse im Inland hinausgeht“, erklärte der Sanitätsdienst der Bundeswehr.

Dabei sei es erforderlich, auf die wechselseitige Verträglichkeit mit anderen Impfstoffen zu achten. Wären zum Beispiel überall Zusatzstoffe enthalten, „und die kumulieren sich und vertragen sich nicht miteinander“, werde es problematisch, sagte ein Sprecher. Daher habe die Bundeswehr einen Impfstoff ohne Konservierungsstoff sowie sogenannte Adjuvanzien - bestimmte Verstärkersubstanzen im Impfstoff - bestellt. „Wir sind nicht was Besseres, sondern wir sind was Anderes“, sagte der Sprecher des Sanitätsdienstes.

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Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, hatte dem „Westfalen-Blatt“ gesagt, die Ständige Impfkommission habe den Alleingang der Bundeswehr mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Die Bundesländer hatten Anfang Oktober beschlossen, lediglich für Schwangere zusätzlich ein Serum ohne Adjuvanzien zu beschaffen. Hintergrund sind die Warnungen einiger Wissenschaftler, die die Wirkung der Verstärkersubstanzen auf werdende Mütter und ungeborene Kinder für problematisch halten.

Der Bundeswehr-Sanitätsdienst erklärte in München, die Bestellung eines eigenen Kontingents stehe im Einklang mit dem nationalen Pandemieplan Deutschlands. Dieser setze die Bundeswehr „in Eigenvollzugskompetenz“. Daher habe sie bei dem Pharma-Hersteller Baxter den Impfstoff Celvapan bestellt, mit der bereits seit der drohenden Gefahr einer Vogelgrippe-Pandemie vor einigen Jahren ein entsprechender Vertrag bestanden habe. Das Serum sei bereits geordert worden, noch bevor die Bundesländer bei mehreren Herstellern ihre 50 Millionen Impfdosen bestellt hatten.

Der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Thomas Raabe, sagte vor Journalisten in Berlin, innerhalb der Streitkräfte hätten Soldaten in oder vor Auslandseinsätzen Priorität, weil die Gefahr dort als größer eingeschätzt werde als im Inland. Derzeit befänden sich 7200 Soldaten im Auslandseinsatz, und eine ähnliche große Zahl bereite sich gerade auf einen solchen vor. Der Sprecher des Sanitätsdienstes sagte, geimpft werden sollten gezielt diejenigen Soldaten, in deren Einsatzgebiet die Gefahr einer Ansteckung mit Schweinegrippe bestehe.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte, die derzeit drei in der EU zugelassenen Impfstoffe seien sämtlich sicher. Die von den Ländern für die Zivilbevölkerung bestellten Impfstoffe seien ebenso wirksam.

afp