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Deutschland / Welt Bundeswehr sprengt sowjetische Minen auf Bombodrom-Gelände
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14:37 25.08.2009
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Die neun mit Flüssigsprengstoff gefüllten Schmetterlingsminen und zwei Panzerabwehrgranaten seien gezielt zur Explosion gebracht worden, teilte ein Sprecher der Bundeswehr mit. An dem Einsatz seien Bundeswehrsoldaten und Feuerwehrmänner beteiligt gewesen.

Die Minen auf dem sogenannten Bombodrom sind eine Hinterlassenschaft der sowjetischen Armee, die bis zu ihrem Abzug Anfang der 1990er Jahre das rund 14 000 Hektar große Areal als Übungsplatz genutzt hatte. Die Minen selbst sollen bei einem Manöver im Jahr 1988 verlegt worden sein und waren erst bei einem Rundgang Anfang August zufällig entdeckt worden. Bis dahin hatte der Bereich um die 400 Quadratmeter große Fundstelle als sicher gegolten. In den kommenden Wochen will die Bundeswehr auf einer zwei Hektar großen Fläche nahe der Landesgrenze von Brandenburg zu Mecklenburg-Vorpommern nach weiteren Minen suchen.

Vor dem Hintergrund der Funde warnt ein Bundeswehrsprecher vor dem Betreten des ehemaligen Luft-Boden-Schießplatzes. Es sei „lebensgefährlich, sich in den als Gefahrenzonen ausgewiesenen Bereichen aufzuhalten“, führte er an. Die Bemalung von über 30 Warnschildern, wie in jüngster Vergangenheit vermutlich von Bombodrom-Gegnern vorgenommen, nannte er deshalb „unverantwortlich“.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte Anfang Juli nach jahrelangen Protesten und gerichtlichen Niederlagen einen Verzicht auf die Nutzung des Areals als Luft-Boden-Schießplatz erklärt. Ursprünglich wollte die Bundeswehr das Gelände unter anderem für 1700 Tiefflüge pro Jahr nutzen.

Derzeit sind noch 14 Soldaten auf dem Gelände stationiert, die Kosten für eine vollständige Munitionsräumung beziffert die Bundeswehr auf fast 400 Millionen Euro.

ddp

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