Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt CDU sucht Ende der Röttgen-Debatte
Nachrichten Politik Deutschland / Welt CDU sucht Ende der Röttgen-Debatte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:03 20.03.2012
Foto: Bundesumweltminister Norbert Röttgen stellte am Dienstag sein Schattenkabinett vor.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen stellte am Dienstag sein Schattenkabinett vor. Quelle: dpa
Anzeige
Düsseldorf

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) geht in der Debatte um seine Zukunftspläne in die Offensive. Knapp zwei Monate vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl stellte er am Dienstag in Düsseldorf seine Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser als erstes Mitglied seines Schattenkabinetts vor. Zugleich verbat er sich Ratschläge von außen. „Wir entscheiden die Dinge alleine“, sagte der CDU-Landesvorsitzende.

Röttgen steht seit Tagen unter Beschuss, weil er sich nicht festlegt, ob er im Fall einer Wahlniederlage als Oppositionsführer nach Düsseldorf kommen wird. Seine Haltung änderte Röttgen auch am Dienstag nicht. Erst nach der Landtagswahl werde er mit seiner Partei entscheiden, wie es weitergehe.

Zu Berichten, Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Parteifreunde drängten ihn zu einer klaren Entscheidung für NRW, habe er sich im CDU-Landesvorstand geäußert, sagte Röttgen. „Meine Ansage hier war, dass wir unsere Fragen ganz alleine entscheiden und keinen Ratschlag erbitten.“ In Berlin versicherte Unionsfraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier, Röttgen und der Landesverband entschieden darüber, zu welchem Zeitpunkt welche Entscheidung getroffen werde.

Röttgen schloss nicht aus, als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu gehen. „Ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass ich mir meiner Verantwortung für die CDU Nordrhein-Westfalen uneingeschränkt bewusst bin - im Fall des Sieges, aber auch im Fall der Niederlage. Daran braucht keiner einen Zweifel haben“, sagte der Umweltminister.

Heinen-Esser soll Ministerin für Bundesangelegenheiten und Europa in der Staatskanzlei werden, falls die CDU am 13. Mai den Machtwechsel in NRW schafft. Röttgen kündigte an, er werde im beginnenden Wahlkampf nach und nach eine überzeugende Regierungsmannschaft vorstellen, die für Inhalte und Kompetenz stehe. Er verstehe die mediale Diskussion um seine Person, glaube aber, dass die Wähler sich mehr für Inhalte interessierten.

Gleichzeitig skizzierte Röttgen, wo er die rot-grüne Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) im Wahlkampf stellen will: Verschuldungspolitik, fehlende Krippenplätze, verschleppte Energiewende, mangelhafte Industriepolitik und schlechte Vertretung nordrhein-westfälischer Interessen in Europa. „In den letzten zwei Jahren ist überhaupt keine Weiche in Richtung Zukunft gestellt worden“, sagte Röttgen.

dpa

Mehr zum Thema

Oh, wie schön ist Düsseldorf! Direkt am Rheinufer ist das runde Parlamentsgebäude in die Landschaft eingelassen, in Sichtweite sorgen urbane Bauten von Stararchitekten wie Frank O. Gehry für ein bisschen Potsdamer-Platz-Gefühl. Und vor der Landtagswahl im Mai scheinen sich die Anziehungskräfte Düsseldorfs noch zu verdoppeln.

Dirk Schmaler 19.03.2012

Es ist menschlich ja verständlich. Norbert Röttgen will sich für den nicht unwahrscheinlichen Fall einer Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen seinen Stuhl am Berliner Kabinettstisch warmhalten.

Dirk Schmaler 18.03.2012

Die Ministerpräsidentin will nicht nach Berlin - ihr Herausforderer zögert mit einer klaren Zusage für NRW. Der Turbo-Wahlkampf im einwohnerstärksten Bundesland beginnt sehr persönlich.

17.03.2012
22.03.2012
19.03.2012