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Deutschland / Welt Castor-Transport ist unterwegs nach Gorleben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Castor-Transport ist unterwegs nach Gorleben
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16:40 09.11.2010
Der Zug mit den Atommüll-Castoren. Quelle: afp
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09.47 Uhr: Nach rund 92 Stunden hat der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll am Dienstagmorgen das Zwischenlager Gorleben erreicht. Der Transport war durch Schienen- und Straßenblockaden tausender Atomgegner aufgehalten worden. Er war am Freitag nahe der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet und damit der bisher längste Castor-Transport nach Gorleben.

08.34 Uhr: Der Castor-Atommülltransport ist auf seiner letzten Etappe ins Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben. Der Konvoi der Schwerlaster hatte sich um 8.34 Uhr vom Verladebahnhof in Dannenberg auf den Weg gemacht. Sollte er die Strecke ohne weitere Störungen zurücklegen, könnte er mit mehr als eintägiger Verspätung am Vormittag ankommen.

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07.24 Uhr: Die Blockade vor dem Atommüll-Zwischenlager Gorleben ist aufgelöst. Die Polizei trug am Dienstagmorgen den letzten Protestierer von der Straße. Mehrere tausend Atomkraftgegner hatten dort insgesamt 44 Stunden ausgeharrt und den Weg zum Zwischenlager versperrt. Wann die Einsatzleitung der Polizei den Startschuss für die letzte Etappe des Castor-Transports von Dannenberg nach Gorleben gibt, ist noch offen. Falls der Tieflader- Konvoi auf den letzten 20 Straßen-Kilometern zum Zwischenlager nicht mehr aufgehalten wird, könnte er die Strecke in rund einer Stunde schaffen

07.12 Uhr: Der Castor-Transport steht bereit für die letzte Etappe ins Zwischenlager Gorleben. Die Räumung der Blockade vor dem Zwischenlager ging am Dienstagmorgen schnell voran. Noch sitzen nach Angaben von Augenzeugen etwa 1000 Protestierer auf der Straße. „Die Leute werden jetzt rasch weggetragen. Die Polizei greift auch rabiater durch“, sagte ein Augenzeuge. Über der Strecke hängt auf einem Seil zwischen zwei Strommasten auch noch ein Kletterer in etwa 6 Metern Höhe. Derzeit behindert nur noch die Sitzblockade vor dem Zwischenlager die Abfahrt. Weitere Aktionen von Demonstranten auf der Strecke gibt es nach Polizeiangaben derzeit nicht. „Sonst ist alles ruhig“, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

05.55 Uhr: Nach dem Coup von Greenpeace mit einer Lastwagen-Blockade des Castor-Transports in Dannenberg sind zwei Umweltschützer aus der Verankerung befreit worden. Dies sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Die beiden waren mit einem Arm und beiden Beinen in einem Betonblock fixiert. Mehrere Spezialisten der Polizei versuchten seit Montagabend, den Protest mit Spezialwerkzeug zu beenden. Den Umweltschützern war es gelungen, mit einem als Getränkelastwagen getarnten Fahrzeug die Transportstrecke für die Castoren zu blockieren.

03.17 Uhr: Der Polizei hat damit begonnen, die von tausenden Demonstranten besetzte Straße zum Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen zu räumen. Ein Polizeisprecher sagte am Dienstagmorgen, der Austausch von Einheiten sei abgeschlossen, somit sei es möglich, nun mit der Räumung zu beginnen. Dies dürfte mehrere Stunden dauern. Die meisten Demonstranten harren seit Sonntag in der Kälte aus.

Zudem gelang es der Polizei, vor Gorleben eine Beton-Pyramide, an die sich Bauern gekettet hatten, von der Straße zu räumen. Damit gebe es neben der Massen-Blockade vor dem Atommüll-Lager nur noch die Blockade mit einem Lastwagen von Greenpeace an der Ausfahrt des Verladebahnhofs Dannenberg.

02.55 Uhr: Der Beginn der Räumung der Demonstranten vor dem Zwischenlager in Gorleben verzögert sich. Die Polizei will nach eigenen Angaben vom Dienstag auf Drängen der Blockadeleitung aus Sicherheitsgründen zunächst weitere Lichtmasten aufstellen. Kernkraftgegner berichteten zudem, dass die Einsatzkräfte Probleme hätten, genug Personal für eine Räumung ans Zwischenlager zu bringen. Die Polizei hatte zunächst berichtet, die Räumung hätte bereits begonnen.

00.25 Uhr: Vor dem Zwischenlager in Gorleben hat die Polizei am Dienstagmorgen erstmals zur Räumung aufgerufen. Dort harrten tausende Menschen aus, um den Castor- Transport aufzuhalten. „Wir setzen dem Atommüll und der massiven Polizeipräsenz uns selbst und unsere Entschlossenheit entgegen. Alle Beteiligten haben sich sehr gut auf die Begegnungen mit der Polizei bis zur Räumung vorbereitet“, sagte eine Sprecherin der Initiative „X-tausendmalquer“

00.05 Uhr: Der zwölfte Castortransport ins Zwischenlager Gorleben hat länger als alle vorangegangenen gedauert. Nach Mitternacht waren die elf Castoren bereits mehr als 80 Stunden von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Nordfrankreich unterwegs. Vor dem Zwischenlager in Gorleben feierten tausende Menschen mit Musik, Tanz und Suppe. Der bislang längste Transport war 2008 und dauerte mehr als 79 Stunden.

22.30 Uhr: Rund zwölf Stunden nach Eintreffen des Castor-Zuges in Dannenberg sind alle elf Behälter auf Tieflader umgesetzt worden. Nach massiven Protesten und Gleisblockaden war der Zug mit hoch radioaktivem Atommüll am Montagmorgen in Dannenberg eingetroffen. Die Lastwagen werden den Atommüll in das rund 20 Kilometer entfernte Zwischenlager in Gorleben bringen.

20.30 Uhr: Greenpeace-Mitglieder blockieren in einem Container die Ausfahrt des Verladekrans für den Castortransport in Dannenberg. Greenpeace hatte nach Polizeiangaben einen Lastwagen vor die Ausfahrt gestellt. Nach Angaben der Organisation wurde von dem Wagen aus der Container auf die Straße abgesenkt und mit Stahlröhren befestigt. Wie viele Menschen in dem Container sind, war zunächst nicht bekannt. Im Verladebahnhof in Dannenberg werden die mit hoch radioaktivem Atommüll beladenen Castorbehälter mit einem Kran auf Tieflader gesetzt. Damit sollen die insgesamt elf Behälter in das Zwischenlager nach Gorleben gebracht werden.

16 Uhr: Bauern im Wendland versuchen mit allen Mitteln, den Castor-Transport auf seiner letzten Etappe ins Zwischenlager Gorleben aufzuhalten. Mit Schafen und Ziegen wurde eine Straße am Ortseingang Gorleben am Montagnachmittag blockiert. Wie die Polizei die Tiere von der Straße bekommen will, war zunächst unklar. Derzeit werden die elf Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll in Dannenberg auf Tieflader verladen.

11.10 Uhr: Die Gefangenensammelstelle bei Harlingen nahe Dannenberg ist aufgelöst worden, nachdem der Castor-Transport Harlingen passiert hatte und in den Bahnhof Dannenberg eingefahren war. Es habe zwei Leichtverletzte gegeben, darunter eine Frau mit Unterkühlungen. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Die Polizei hatte Montagmorgen mehr als 1.000 Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen, in der Gefangenensammelstelle zusammengehalten und mit Essen und Getränken versorgt.

9.25 Uhr: Der Castortransport hat Dannenberg erreicht. Mehr als 67 Stunden hat der Zug benötigt. In Dannenberg werden die elf Atommüllbehälter nun von den Eisenbahnwaggons auf Straßentieflader umgesetzt, um anschließend in das Zwischenlager in Gorleben transportiert zu werden. Das Umladen wird nach Angaben des Zwischenlager-Betreibers Brennelementlager Gorleben (BLG) rund 15 Stunden dauern.

8.30 Uhr: Nach der Zwangspause Montagnacht rollt er wieder: Der Castortransport ist am Morgen in Dahlenburg im Wendland gegen 8.20 Uhr losgefahren. Ziel ist das etwa 25 Kilometer entfernte Dannenberg, wo die elf Behälter auf Straßen-Schwertrasporter umgeladen werden müssen. Die Gleise sind zwar frei, doch die Straßen sind noch immer blockiert: Die Strecke nach Gorleben ist nach wie vor von 1.600 Menschen besetzt.

6.55 Uhr (Montag): Die Räumung der Schienenblockade in Harlingen ist beendet. Die Polizei hat die letzten Demonstranten weggetragen. Damit ist die Gleisstrecke für den Castortransport zur Verladestation Dannenberg frei.

Nach einer nächtlichen Zwangspause ist der Castor-Transport wieder unterwegs. Nächstes Etappenziel ist Dannenberg, wo der Atommüll auf Lkw umgeladen werden soll. In einer Nachtaktion hatte die Polizei Sitzblockaden aufgelöst.

1.40 Uhr: Die Einsatzkräfte beginnen damit, die mittlerweile etwa 3000 Menschen starke Blockade in der Nähe von Harlingen aufzulösen. Atomkraftgegner würden von den Gleisen getragen oder von sich aus gehen. Die Demonstranten werden in eine Sammelstelle gebracht.

22.08 Uhr: Der Castor-Transport mit Atommüll ist nach Angaben der Polizeigewerkschaften bis mindestens Montagmorgen lahmgelegt, weil die Gleise blockiert und die Polizisten am Ende ihrer Kräfte sind. Der Zug wurde im wendländischen Dahlenburg mit Stacheldraht eingezäunt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizei- Gewerkschaft, Rainer Wendt, am Sonntagabend der Nachrichtenagentur dpa weiter. Am Montag um 9 Uhr gebe es eine Einsatzbesprechung über das weitere Vorgehen. Auch die Gewerkschaft der Polizei bestätigte der dpa den Castor-Stopp. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Ein Sprecher sagte nur, dass es technische Sicherungsmaßnahmen am Zug in Dahlenburg gebe.

21.25 Uhr: Nach Angaben des ZDF steht der Castor-Transport derzeit im Bahnhof Dahlenburg. Nach Informationen unserer Reporter vor Ort soll der Castor-Zug derzeit mit Nato-Draht eingezäunt werden. Demnach richten sich die Einsatzkräfte darauf ein, dass der Zug in der Nacht nicht mehr weiterfahren kann. Vor Harlingen harren weiter mehrere Tausend Demonstranten aus und blockieren die Gleise.

19.10 Uhr: Der Castor ist auf dem Weg nach Dannenberg zum Stehen gekommen. Etwa einen Kilometer vor Harlingen befinden sich etwa 3000 Demonstranten auf den Gleisen. Die Atomkraftgegner stellen sich nach eigenen Angaben auf eine lange Nacht ein: Sie rechnen nicht mit einer Räumung in den Nachtstunden.

17.20 Uhr: Der Castor-Transport hat sich auf die letzte Etappe ins niedersächsische Wendland gemacht. Am späten Sonntagnachmittag verließ der Zug mit den elf Atommüll- Behältern den Lüneburger Bahnhof und fuhr nach etwa einstündigen Rangierarbeiten in Richtung Dannenberg weiter. Dort war am Abend die Umladung der Castoren auf Lastwagen geplant, die sie ins 20 Kilometer entfernte Zwischenlager Gorleben bringen sollten.

15.45 Uhr: Mit rund zehnstündiger Verspätung hat der Castor-Zug am Sonntagnachmittag die vorletzte Station auf seiner Fahrt ins Wendland erreicht. Gegen 15.45 Uhr traf der Transport mit hoch radioaktivem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Lüneburg ein. Der Zug sollte für mindestens eine halbe Stunde für Rangierarbeiten im Bahnhof bleiben, bevor der letzte, etwa 50 Kilometer lange Streckenabschnitt per Bahn nach Dannenberg folgte. Dort werden die elf Spezialbehälter mit stark strahlenden Nuklearabfällen auf Lastwagen umgeladen, die sie ins 20 Kilometer entfernte Zwischenlager Gorleben bringen werden.

14.30 Uhr: Nach anderthalb Stunden Stillstand bei Unterlüß zwischen Celle und Uelzen hat der Castor-Transport seine Fahrt ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben fortgesetzt. Grund für den Stopp waren drei Atomkraftgegner, die sich bei Unterlüß an die Gleise gekettet hatten und damit die Fahrt blockierten. Sollte es keine weiteren Verzögerungen geben, könnte der Zug mit den elf Castor-Behältern gegen 15.30 Uhr Lüneburg erreichen. Von dort soll es weitergehen zur Verladestation Dannenberg im Wendland. Die Blockade hat zu massiven Behinderungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Hamburg geführt. Die Deutsche Bahn ließ den Fernverkehr nach Angaben einer Sprecherin über Rotenburg/Wümme umleiten. Verzögerungen von mindestens 30 Minuten seien die Folge, hieß es. Das private Bahnunternehmen Metronom stellte seine Verbindungen auf der Strecke vorläufig ein.

12.50 Uhr: Der Castor-Transport ist auf seinem Weg nach Gorleben ein weiteres Mal von Atomkraftgegnern aufgehalten worden. Der Zug musste nur wenige Kilometer nach einem technischen Aufenthalt in Lehrte bei Hannover erneut in Otze bei Celle stoppen, weil sich Menschen im Gleisbett aufhielten. Die Weiterfahrt des Zuges über Lüneburg zur Umladestation Dannenberg war zunächst unklar. Wegen der zahlreichen und massiven Proteste hatte der Zug mit den Castor-Behältern bereits eine Verspätung von mindestens acht Stunden.

10.45 Uhr: Nach einem knapp zweistündigen Zwischenstopp in Lehrte bei Hannover rollt der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll weiter in Richtung Wendland. Die vorab eingeplante Pause des Zuges, bei der am Sonntagvormittag Personal und Lokomotive ausgetauscht wurden, verlief nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle.

9 Uhr: Der Castor-Transport hat am Sonntag um kurz vor 9 Uhr Hannover erreicht. Wie eine Sprecherin der Polizeidirektion berichtete, sollte der Zug in Lehrte östlich der Landeshauptstadt eine längere Pause von ein bis zwei Stunden machen, um Personal zu tauschen und die Lok zu wechseln.

7.30 Uhr (Sonntag): Auf seinem Weg ins Zwischenlager Gorleben hat der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll am Sonntagmorgen Niedersachsen erreicht. Wie die Polizei mitteilte, überquerte der Zug mit den elf Spezialbehältern auf dem Weg Richtung Göttingen die Landesgrenze. Auf seiner letzten Etappe durch Hessen war der Transport zuvor noch von Atomkraftgegnern südlich von Kassel fast zwei Stunden lang aufgehalten worden. Aktivisten hatten sich in Morschen von einer rund 75 Meter hohen Fuldatalbrücke über den Gleisen abgeseilt. Außerdem blockierten rund 50 Demonstranten die Schienen. Nachdem die Polizei die Gleise schließlich freigemacht hatte, konnte der Zug im Schritttempo nur wenige Meter unter den von der Brücke hängenden Aktivisten durchfahren.

22.15 Uhr: Atomkraftgegner haben den Castor-Transport auf seinem Weg durch Hessen am Samstagabend vorübergehend gestoppt. In Darmstadt haben rund zehn Personen die Gleise blockiert und den Zug damit zu einem Halt von etwa 30 Minuten gezwungen. Einsatzkräfte trugen die Demonstranten von den Schienen.

21 Uhr: Der Castor-Zug hat die Landesgrenze von Baden-Württemberg nach Hessen passiert. Der Zug ist über Mannheim ins hessische Lampertheim gefahren. Castor-Gegner vermuten, dass der Zug nun über Darmstadt nach Aschaffenburg und von dort weiter nach Niedersachsen fährt.

19.45 Uhr: Der Castor-Transport hat am Samstagabend unbehindert Karlsruhe durchfahren. Einige hundert Menschen demonstrierten gegen die strahlende Fracht. Atomkraftgegner hatten zuvor nach Polizeiangaben vergeblich versucht, die Gleise zu besetzen. Dabei seien Polizeisperren regelrecht überrannt worden. Drei Menschen wurden in Gewahrsam genommen.

18 Uhr: Der Castor-Transport hat den Bahnhof von Kehl verlassen. Dabei fuhr der Zug über eine Brücke, von der sich Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace abgeseilt hatte. Die Polizei hatte nichts unternommen, um die drei Umweltschützer zu entfernen. Castor-Gegner vermuten, dass der Zug über den Karlsruher Güterbahnhof nach Mannheim und von dort aus weiter nach Darmstadt fährt. In der Karlsruher Innenstadt wurden nach und nach alle Straßen gesperrt, die über die Bahngleise führen.

16.30 Uhr: Der Castor-Zug wird in Kehl für die Weiterfahrt vorbereitet. An einer Brücke über der Strecke hängen in der Nähe zwei Greenpeace-Kletterer.

14 Uhr: Der Castor-Transport hat kurz vor 14 Uhr die französisch-deutsche Grenze bei Kehl in Baden-Württemberg überquert. Dorthin musste der Transport ausweichen, nachdem es eine massive Gleisblockade auf der ursprünglich geplanten Fahrtroute weiter nördlich gegeben hatte. Dort saßen nahe des Grenzorts Berg in Rheinland-Pfalz am Nachmittag weiterhin hunderte Menschen auf den Gleisen.

12.30 Uhr: Mittlerweile blockieren etwa tausend Atomkraftgegner vor der Ankunft des Castor-Transports die Bahngleise nahe der deutsch-französischen Grenze. Der Zug wird in dem deutschen Grenzort Berg am Sonnabend gegen 14 Uhr erwartet.

12.10 Uhr: Atomgegner und Polizei erwarten den Castor-Transport am Sonnabendmittag in Deutschland. Demonstranten in Frankreich rechnen damit, dass der Zug gegen 13.15 Uhr bei Lauterbourg die Grenze passieren wird.

11.55 Uhr: Mehrere hundert Atomkraftgegner haben in Berg in Rheinland-Pfalz die Bahnstrecke unmittelbar hinter der französisch-deutschen Grenze besetzt, um die am Mittag geplante Durchfahrt des Castor-Zugs mit Atommüll zu blockieren.

10.40 Uhr: Der Castor-Transport nähert sich der deutsch-französischen Grenze. Nach Angaben französischer Kernkraftgegner passierte der Zug mit den elf Spezialbehältern am Sonnabendvormittag um kurz nach 10 Uhr die südöstlich von Metz gelegene Gemeinde Han-sur-Nied. Gegen 11.30 Uhr wird er in Straßburg erwartet und eine Stunde später an der Grenze in Lauterbourg.

10.20 Uhr: Hunderte Atomkraftgegner aus Südwestdeutschland haben an der deutsch-französischen Grenze gegen den Castor-Transport demonstriert. Sie sammelten sich am Morgen zu einer Demonstration unter dem Motto „Endlich abschalten!“ in Berg/Pfalz nahe dem Grenzübergang Lauterbourg, wo der Atommülltransport am Mittag erwartet wurde.

8.20 Uhr (Sonnabend): Nach Angaben der französischen Anti-Atomkraftgruppe „Sortir du nucléaire“ wurde die Fahrtroute des Zuges in der Nacht zum Sonnabend geändert. Statt über Arras, Valenciennes, Fourmies Hirson und Charleville sollte der Transport nun weiter südlich von Amiens in Richtung Reims und dann über Metz zur deutschen Grenze führen. Gründe für die Streckenänderung wurden nicht genannt. Im Wendland selbst kam es in der Nacht zum Sonnabend zu vereinzelten Straßenblockaden, die Polizei drängte einige Demonstranten ab. Die größten Proteste sind aber voraussichtlich erst mit der Ankunft der elf Castor-Behälter in Dannenberg zu erwarten.

22.45 Uhr: Der Laternenumzug in Metzingen ist beendet. Der Sonderzug mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atommüll rollt weiter Richtung Gorleben.

22.35 Uhr: Die Polizei bestätigte am Freitagabend auf Anfrage das Vorgehen gegen Atomkraftgegner in der Ortschaft Metzingen (Kreis Lüchow-Dannenberg). Rund 150 Demonstranten hätten während eines Laternenumzugs die Bundesstraße 216 blockiert, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien daraufhin von Beamten zur Seite gedrängt worden. Dem Sprecher zufolge warfen im Anschluss an die Räumung rund 20 teilweise vermummte Personen Feuerwerkskörper.

21.35 Uhr: HAZ-Redakteurin Dr. Margit Kautenberger zu Gorleben: „Keine Frage, eine Eskalation würde der Bewegung schaden. Manche Medien warten nur auf Bilder von schwarz gekleideten Steinewerfern. Mit Bildern von bürgerkriegsähnlichen Zuständen, wie es sie in Gorleben vor Jahrzehnten gab, wären die Sympathien schnell dahin. Die Demonstranten sollten sich darüber im Klaren sein, dass ihre Aktionen genau beobachtet werden. Die Wendländer haben mit anreisenden Chaoten nichts gemein. Das sollten sie diesmal besonders deutlich machen – ihr Protest kommt nur dann in der Mitte der Gesellschaft an, wenn er friedlich bleibt."

21.00 Uhr: Die Polizei hat einem Bericht von taz.de zufolge nahe des Camps Metzingen (Landkreis Lüchow-Dannenberg) einen Keil zwischen die Protestanten der Mahnwache getrieben und sie von der Straße gedrängt. Außerdem habe die Polizei die B216 vor Metzingen mit der Begründung, der Verkehr könne so wieder fließen, geräumt.

19.10 Uhr: Nach der mehrstündigen Blockade im nordfranzösischen Caen fährt der Castor-Transport weiter. Die Polizei habe zuvor fünf Atomkraftgegner befreit, die sich aus Protest an die Gleise gekettet und so den Zug zum Halten gebracht hatten. Die fünf befänden sich nun in Haft.

18.20 Uhr: In Lüchow hat der Laternenumzug begonnen. Rund 400 Menschen haben sich am Freitagabend in Lüchow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) an einer Mahnwache gegen den angelaufenen Castor-Transport beteiligt. Viele Demonstranten kamen mit Kerzen und Laternen zu der Veranstaltung auf dem Marktplatz der Kreisstadt. In Nordfrankreich gibt es keine nennenswerte Veränderung: Der Castor-Transport wird weiterhin von fünf Atomgegnern blockiert. Einer der Aktivisten stamme aus Deutschland, berichtete eine Polizeisprecherin.

16.20 Uhr: Knapp zwei Stunden nach der Abfahrt haben Atomkraftgegner am Freitagnachmittag den Castor-Transport im nordfranzösischen Caen blockiert. Das teilte die Polizei mit. Vier Atomkraftgegner hätten sich an die Gleise gekettet. Insgesamt seien rund 30 Aktivisten an der Aktion beteiligt. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace gehören die Demonstranten zur französischen Gruppe „Groupe d’actions non-violentes antinucléaires“ (deutsch: Aktionsgruppe nicht gewalttätiger Atomkraftgegner).

14.20 Uhr (Freitag): Der Sonderzug mit 123 Tonnen hochradioaktivem Atommüll war gegen 14.20 Uhr vom Verladebahnhof Valogne zum deutschen Zwischenlager Gorleben gestartet. Nach 1.000 Kilometern Fahrt soll die strahlende Fracht am Montag das Atommülllager Gorleben in Niedersachsen erreichen. Die Polizei erwartet massive Proteste, Blockaden und Sabotage. Nahe Gorleben legten Atomkraftgegner in der Nacht einen großen Stein auf die geplante Bahnstrecke, andere blockierten kurzzeitig eine Straßenkreuzung. Morgens demonstrierten 800 Schüler.

Der Castor-Einsatz könnte den Steuerzahler nach Schätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft bis zu 50 Millionen Euro kosten. Gewerkschaftschef Rainer Wendt forderte deshalb eine entsprechende „Schutzgebühr“ der Atomkonzerne. Das Land Niedersachsen will zumindest seine direkten Kosten von geschätzten 25 Millionen Euro von Bund und Ländern erstattet haben. Beides scheint jedoch chancenlos: Der Bund wies die Forderungen zurück. Und die Atomindustrie sieht sich ebenfalls nicht in der Pflicht.

Die Bundespolizei bat die Demonstranten um Mäßigung. Deutschlands oberster Bundespolizist, Matthias Seeger, erklärte, er setze darauf, dass überwiegend „bunt und friedlich“ protestiert werde. Auch unter den Polizisten seien viele, „die der Atomkraft skeptisch gegenüberstehen“.

Doch auch Gewalt gegen Sachen sei unerlaubt: „Wer Steine von Gleisanlagen abträgt und das Gleisbett unterhöhlt, um Züge zu stoppen, der macht sich wegen des Störens öffentlicher Betriebe strafbar. Gegen Sabotage und alle anderen Formen von Gewalt werden unsere Beamten konsequent vorgehen.“

Umweltminister Norbert Röttgen nannte den umstrittenen Transport unverzichtbar. Die schwarz-gelbe Bundesregierung stehe wie alle Vorgängerregierungen zu der Verpflichtung, die Atomabfälle, die in Deutschland angefallen sind, auch hierzulande zu entsorgen, erklärte der CDU-Politiker. „Wir können die Lasten der Vergangenheit nicht anderen aufbürden, für die sichere Lagerung des Atommülls sind wir verantwortlich“, sagte er.

Die elf Castor-Behälter sind mit Atommüll befüllt, der aus der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken stammt. Im Zwischenlager Gorleben sind zurzeit 86 solcher Behälter. Sie bleiben dort, bis ein Endlager in Deutschland zur Verfügung steht. Laut Greenpeace enthält jeder einzelne dieser Castoren so viel radioaktives Material, wie bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl freigesetzt wurde.

Proteste schon an der Grenze

In Lüchow im Wendland demonstrierten mehrere hundert Schüler friedlich gegen den Castortransport. Nach Angaben von Bürgerinitiativen beteiligten sich 1.400 Jugendliche, die Polizei sprach von 600 bis 800. Zwischenfälle gab es nicht. Das Motto lautete: „Je länger eure Laufzeiten, desto größer unser Zorn“.

Die Proteste hatten Donnerstagabend in Metzingen begonnen, als nach Polizeiangaben rund 150 Atomkraftgegner die Bundesstraße 216 blockierten und auf der Fahrbahn eine Feuertonne anzündeten. Ebenfalls Donnerstagabend deponierten Atomkraftgegner auf der Castor-Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg einen großen Stein. Bundespolizisten entfernten das Hindernis.

Trotz eines Demonstrationsverbots riefen die Castor-Gegner an der deutsch-französischen Grenze erneut zu Gleisblockaden auf. Die Kreisverwaltung hatte in einer am Donnerstag erlassenen Allgemeinverfügung sämtliche Protestaktionen direkt auf der Castor-Transportstrecke in der Region verboten.

Der Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“, Jochen Stay, erklärte, inzwischen hätten sich 312 Reisebusse aus dem ganzen Bundesgebiet zur Demonstration am Sonnabend im Wendland angemeldet. Der Protest richte sich nicht allein gegen den Castor-Transport, sondern auch gegen das mögliche Atommüllendlager in Gorleben. Ziel sei die Stilllegung der Atomkraftwerke.

dpa/dapd/afp/frs/rör

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