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Deutschland / Welt Chef britischer Anti-Terror-Einheiten tritt zurück
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12:32 09.04.2009
Quelle: Paul Ellis/afp
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Wie der Londoner Bürgermeister Boris Johnson mitteilte, nahm er den Rücktritt "mit Widerstreben" an und setzte an Quicks Stelle John Yates als Chef der Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard ein. Die Razzia am Mittwochabend wurde gegenüber der ursprünglichen Planung vorgezogen, weil Quick am Morgen mit detaillierten Anweisungen zu dem Einsatz fotografiert worden war. Festgenommen wurden zwölf Verdächtige.

Fotos von den Geheimunterlagen, die Quick bei sich trug, als er vom Premierminister Gordon Brown empfangen wurde, gingen rasch um die Welt. Daher sahen sich die Fahnder gezwungen, den Einsatz mit mehreren hundert Beamten umgehend anzuordnen. Innenministerin Jacqui Smith sagte, der Einsatz sei zwar "erfolgreich" verlaufen, Quick habe aber gemerkt, dass seine Position "nicht zu halten war". In den fotografierten Geheimunterlagen wurden elf Verdächtige aufgelistet, von denen zehn pakistanischer Herkunft sind und sich mit Studentenvisa in Großbritannien aufhalten. Der elfte Gesuchte ist demnach britischer Herkunft.

Bei der Razzia wurden nach offiziellen Angaben acht Gebäude in Merseyside, Manchester und Lancashire sowie an der Universität Liverpool durchsucht. Dabei spielten sich dramatische Szenen ab. Ein Student von der Universität Liverpool beobachtete, wie ein junger Verdächtiger am Boden lag und ein Polizist "anscheinend mit einer Schusswaffe direkt auf seinen Kopf zielte". Nach Informationen der Londoner "Times" ergaben die Ermittlungen vor dem Einsatz, dass auf einen Nachtclub und ein Einkaufszentrum in Manchester Anschläge verübt werden sollten.

Die britischen Sicherheitskräfte lösten bereits mehrfach Terror-Fahndungen aus, seit im Juli 2005 bei Anschlägen in London 56 Menschen ums Leben kamen. Im Juni 2007 wurden in London und Glasgow Anschläge vereitelt.

afp