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Deutschland / Welt Chemnitzer Migrationsbeirat kritisiert Merkel-Besuch
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06:01 16.11.2018
Zwei Männer befestigen am Karl-Marx-Denkmal ein Plakat mit der Aufschrift «Chemnitz ist weder grau noch braun». Quelle: dpa
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Berlin

Der Vorsitzende des Migrationsbeirates der Stadt Chemnitz, Pedro Montero, hat beklagt, dass der für Freitag geplante Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in der Stadt zu spät komme. „Ich weiß nicht, was die Kanzlerin mit ihrem Besuch bezwecken möchte“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Er habe aber von vielen Chemnitzern gehört, dass die Visite eher hätte erfolgen müssen, erklärte Montero und fügte hinzu: „Ich persönlich denke auch, dass es etwas zu spät ist. Ich weiß nicht, warum sie jetzt kommt.“ Denn noch einmal über die Ereignisse von Ende August, Anfang September zu sprechen, sei „nicht angebracht“.

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Ende August war in Chemnitz ein Deutscher mutmaßlich von Asylbewerbern erstochen worden. In der Folge war es zu rechten Demonstrationen und fremdenfeindlichen Übergriffen gekommen. Während die Kanzlerin anschließend von „Hetzjagden“ sprach, widersprach ihr der inzwischen gefeuerte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen und löste damit eine heftige Kontroverse aus.

„Lage in der Stadt ist weiter angespannt“

Montero – der aus Peru stammt, seit 1990 in Chemnitz lebt und am 1. November während des Chemnitz-Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Gesprächsrunde mit ihm teilnahm – sagte dem RND weiter, die Lage in der Stadt habe sich zwar „insgesamt beruhigt“. Trotzdem sei sie „weiter angespannt“, vor allem weil durch die wöchentlichen Demonstrationen der rechtsgerichteten Gruppe „Pro Chemnitz“ keine Ruhe einkehre.

Dazu gebe es Gerüchte etwa über die Belästigung von Frauen und „die Befürchtung, dass dadurch wieder etwas ins Rollen kommt“. „Pro Chemnitz“ hat auch für den Tag des Kanzlerinnenbesuchs wieder eine Demonstration angekündigt.

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Der Vorsitzende des Chemnitzer Migrationsbeirates betonte, er mache sich „große Sorgen“ um Chemnitz. „Denn das Bild der Stadt ist total verzerrt. Alle denken, dass man in Chemnitz unsicher sei – was nicht der Fall ist, auch wenn man immer vorsichtig sein sollte. Es entsteht der Eindruck, dass hier Bürgerkrieg herrscht. Das ist nicht so.“

Von Markus Decker/RND

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