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Deutschland / Welt Polizei fahndet weiter nach dem Täter von Straßburg
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Polizei fahndet weiter nach dem Täter von Straßburg
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07:56 13.12.2018
Polizisten gehen nach einem Angriff in der Gegend des Straßburger Weihnachtsmarkts über den geschlossenen Weihnachtsmarkt. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Straßburg

Kurz vor Weihnachten ist Frankreich erneut von einem schweren Terroranschlag erschüttert worden. Bei dem Angriff am Dienstagabend sind in Straßburg nach Angaben des Innenministeriums zwei Menschen getötet worden, ein Opfer ist hirntot. Zwölf weitere Menschen sind verletzt worden. Die Behörden gehen von einem terroristischen Hintergrund aus, der zuständige Staatssekretär will das Tatmotiv allerdings noch nicht bestätigen. Die Regierung hat die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Der Täter ist noch immer auf der Flucht. Es gab mittlerweile zwar fünf Festnahmen im Zusammenhang mit dem Anschlag, allerdings ist der Aufenthaltsort des Hauptverdächtigen Chérif Chekatt weiterhin unklar. Der 29-Jährige soll französischer Staatsbürger und 27 Mal vorbestraft sein. In Deutschland wird auch nach dem Bruder des Verdächtigen gefahndet - beiden werden Beziehungen in die Islamistenszene zugesagt.

Terroranschlag in Straßburg: Das Wichtigste in Kürze

• Am Dienstagabend sind in der Straßburger Innenstadt Schüsse gefallen

• Dabei wurden zwei Menschen getötet, ein Opfer sei hirntot und zwölf weitere wurden verletzt

• Die Behörden gehen von einem terroristischen Anschlag aus

• Der Tatverdächtige ist weiterhin auf der Flucht

• Die Regierung hat in der Nacht die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen

• Präsident Emmanuel Macron hat für Mittwoch einen Krisengipfel einberufen

Die Entwicklungen von Dienstag und Mittwoch zum Nachlesen:

+++ 20:13 Uhr: Straßburger Weihnachtsmarkt bleibt geschlossen +++

Der Weihnachtsmarkt in Straßburg soll der bekannte Weihnachtsmarkt auch an diesem Donnerstag geschlossen bleiben. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

+++ 20.00 Uhr: Polizei fahndet öffentlich nach Chérif Chekatt +++

Die zuständigen Ermittler bitten die Öffentlichkeit um Hilfe. Der offizielle Fahndungsaufruf soll dabei helfen, den 29-Jährigen zu fassen.

+++ 18.55 Uhr: Merkel kondoliert Macron nach Anschlag+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Frankreich nach dem Terroranschlag von Straßburg ihre Anteilnahme ausgedrückt. Der Angriff habe sie tief erschüttert, schrieb sie in einem Kondolenztelegramm an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dessen Text das Bundespresseamt am Abend veröffentlichte. „Wir trauern um die Menschen, die so jäh aus dem Leben gerissen wurden, und sind mit unseren Gedanken bei den Verletzten und den Angehörigen der Opfer.“

Im Namen der Bundesregierung spreche sie dem französischen Volk „unser tief empfundenes Mitgefühl aus“. Deutschland stehe „in diesen schweren Stunden“ fest an der Seite Frankreichs.

+++ 17.41 Uhr: Straßburg weckt Erinnerungen an Berlin +++

Die Berliner Polizei ist nach den Worten von Innensenator Andreas Geisel (SPD) auf Anschlagsszenarien wie in Straßburg vorbereitet. Was dort geschehen sei, zeige, „dass die Terrorgefahr unverändert hoch ist“, sagte Geisel am Mittwoch. Das gelte auch für Berlin.

+++ 17.02 Uhr: Französische Gendarmerie warnt vor Fake News +++

Die französische Gendarmerie warnt angesichts der aufkeimenden Gerüchte vor gezielten Falschinformationen. Man solle die Quelle kritisch hinterfragen, und auf Daten, Kontext und Bearbeitung achten.

+++ 16.45 Uhr: Tatverdächtiger war auch in Luxemburg bereits kriminell +++

Der mutmaßliche Attentäter von Straßburg ist auch in Luxemburg kriminell unterwegs gewesen. Seine DNA sei bei einem versuchten Einbruchsdiebstahl im Jahr 2012 am Tatort gefunden worden, sagte ein Sprecher der Regierung in Luxemburg am Mittwoch. Danach sei auch ein Strafverfahren gegen Chérif C. eingeleitet worden: Eine Vorladung habe dem Mann aber nicht zugestellt werden können, da sein Wohnort damals unbekannt gewesen sei, sagte ein Sprecher der Luxemburger Justiz.

+++ 16.34 Uhr: Sicherheitslage auf Weihnachtsmärkten teilweise verschärft +++

Deutsche Bundesländer gehen sehr unterschiedlich mit dem Anschlag in Straßburg um. Während der Berliner Innensenator sich bereits gut aufgestellt sieht, sorgt der jüngste Angriff in Bundesländern wie Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen für eine erhöhte Wachsamkeit und Polizeipräsenz.

Was das Attentat von Straßburg sonst noch mit Deutschland zutun hat, lesen Sie hier. 

+++ 15.35 Uhr: Macron erinnert an Schrecken des Terrors +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach Angaben seines Sprechers nach dem Anschlag in Straßburg an die Schrecken des Terrors in seinem Land erinnert. „Die terroristische Bedrohung ist immer noch im Herzen des Lebens unserer Nation“, zitiert Regierungssprecher Benjamin Griveaux den Präsidenten.

Die Gedanken seien an diesem Morgen bei den Opfern, ihren Familien und Angehörigen, sagte Griveaux. Zudem denke man an die Straßburger. Sie sollten wissen, dass die Franzosen und die Regierungsmitglieder jetzt bei ihnen seien.

+++ 15.25 Uhr: Zwischenbilanz - Was wir wissen und was nicht +++

Der Angriff auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt ist keine 24 Stunden her, da häufen sich bereits die Informationen - und die Fragen. Zeit für eine Zwischenbilanz: Was wissen wir bisher über Täter, Tathergang Hintergrund? Und was bleibt bisher unklar? Eine Übersicht zur aktuellen Faktenlage finden Sie hier.

+++ 15.05 Uhr: Trump nutzt den Anschlag für seine Ziele +++

Während zahlreiche Politiker ihr Beileid für die Opfer des Anschlages bekunden, nutzt US-Präsident Donald Trump den Vorfall, um erneut für eine strengere Grenzpolitik zu werben.

+++ 14.48 Uhr: Festnahmen im Verwandtenkreis des Verdächtigen +++

Die vier Verdächtigen, die in der Nacht auf Mittwoch festgenommen wurden, sind offenbar mit dem Hauptverdächtigen verwandt. Laut einem Bericht des französischen Nachrichtensenders BMFTV handelt es sich bei den Personen um zwei Brüder und den Vaters des gesuchten 29-Jährigen.

+++ 14.28 Uhr: Bundespolizei sucht nach Verdächtigem und seinem Bruder +++

Die Bundespolizei fahndet nach dem Tatverdächtigen Chérif C. und dessen Bruder Sami. Das bestätigte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Koblenz. Seit dem frühen Morgen werde deshalb auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz im 30-Kilometer-Bereich an der Grenze zu Frankreich verstärkt kontrolliert. Autofahrer müssten sich auf mögliche Verzögerungen durch Fahrzeugkontrollen einstellen.

+++ 13.23 Uhr: Straßburgs Bürgermeister spricht von Terrorakt +++

Der Bürgermeister von Straßburg ist sich sicher: „Was gestern passiert ist, war unbestreitbar ein Terroranschlag.“ Auch die Ermittler gehen aufgrund der vielen einschlägigen Hinweise von einem terroristischem Hintergrund aus.

Bei einem Angriff in der Straßburger Innenstadt sind drei Menschen getötet und elf verletzt worden. Die französische Regierung hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

+++ 13.08 Uhr: Basketball-Fans singen Hymne während Anschlag +++

In einer nahegelegenen Halle fand gerade ein Basketball-Spiel statt, als der Täter seine Schüsse abgab. Die Schüsse waren auch in der Arena zu hören. Doch anstatt in Panik auszubrechen, sorgten die Fans für einen Gänsehautmoment: Sie sangen die französische Nationalhymne. Ein Gast hat das Ganze auf Twitter geteilt:

+++ 12.54 Uhr: Sicherheitslage in Deutschland unverändert +++

Nach dem Straßburger Weihnachtsmarktattentat hat sich die Bedrohungslage in Deutschland nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums nicht verändert. Weihnachtsmärkte stünden ohnehin im besonderen Fokus der hiesigen Sicherheitsbehörden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Es gebe keinen Anlass, auf den Besuch eines Weihnachtsmarktes zu verzichten.

+++ 12.43 Uhr: Staatsanwaltschaft: Waffen und Sprengstoff sichergestellt +++

Die Staatsanwaltschaft äußert sich in einer Stellungnahme zum Anschlag in Straßburg. Demnach habe der Täter bei seinem Streifzug durch die Innenstadt mehrmals in die Menge geschossen und verletzte die Passanten mit einem Messer. Während des Angriffs soll der Täter „Allahu akbar“ gerufen haben.

Der Tatverdächtige flüchtete schließlich mit einem Taxi. Der Taxifahrer bestätigte bei seiner Vernehmung die Armverletzung des Täters. Der Verdächtige habe dem Taxifahrer berichtet, dass er gerade mehrere Menschen getötet habe.

Es seien bisher einige Wohnungen durchsucht, Waffen und Sprengstoff sichergestellt worden. Vier Verdächtige sind demnach derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren.

+++ 12.35 Uhr: Staatsanwaltschaft bestätigt: Zwei Tote, ein Verletzter gilt als Hirntod +++

Bei einer Pressekonferenz bestätigt der ermittelnde Staatsanwalt Rémi Heitz die aktuellen Opferzahlen. Der Grund für die missverständlichen Angaben sei, dass es zwei Todesopfer gebe und einer der Verletzten als Hirntod gelte.

+++ 12.15 Uhr: EU-Parlament gedenkt der Opfer +++

Das Europaparlament beginnt seine Sitzung im Gedenken an die Opfer. „Das war ein krimineller Anschlag auf den Frieden“, sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani zum Auftakt der Sitzung in der französischen Stadt. „Wir stehen auf der Seite der Familien der Opfer.“

Er drückte Frankreich sein Mitgefühl aus, nachdem das Land bereits wiederholt Ziel ähnlicher Taten geworden ist. Die Kraft der Freiheit und der Demokratie gewinne jedoch gegen Gewalt, Verbrechen und Terrorismus, sagte Tajani. Deshalb setze das Parlament trotz der Bluttat seine Arbeit fort. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades, der zu einer europapolitischen Debatte im Parlament war, verurteilte den Straßburger Angriff scharf.

+++ 12.05 Uhr: Barley: „Täter muss schnell gefasst werden“ +++

Justizministerin Katarina Barley reagiert mit einem Tweet auf die Ereignisse in Straßburg:

+++ 11.48 Uhr: Deutsche Behörden fahnden auch nach Bruder des Verdächtigen +++

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind nicht nur an der Suche nach dem Attentäter von Straßburg beteiligt, sondern fahnden auch nach dessen Bruder. Die beiden französischen Staatsbürger wohnten nach Informationen aus Sicherheitskreisen zuletzt in Straßburg.

Die Brüder würden in Frankreich als radikalisiert eingestuft und dem Straßburger Islamistenmilieu zugerechnet, sagte ein hochrangiger Sicherheitsexperte dem Berliner „Tagesspiegel“.

In Deutschland tauchen die Namen des mutmaßlichen Attentäters Chérif C. und seines Bruders Sami C. allerdings nach dpa-Informationen nicht in der Datei für islamistische Gefährder auf. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Schwelle für eine Registrierung in der französischen „fiche-S-Datei“ sei deutlich niedriger als für die Aufnahme in die deutsche Gefährder-Datei.

+++ 11.45 Uhr: Opferzahlen erneut korrigiert +++

Die Präfektur hat die Opferzahlen erneut korrigiert: Es gibt demnach doch drei Tote und acht Schwerverletzte. Fünf Personen wurden leicht verletzt. Die zwischenzeitliche Korrektur wurde damit zurückgezogen.

+++ 11.36 Uhr: Täter ist als Intensivtäter in mehreren Ländern bekannt +++

Nach „Spiegel“-Informationen handelt es sich bei dem Tatverdächtigen Chèrif C. um einen Intensivtäter, der in mehreren Ländern polizeibekannt ist.

Demnach hat der 29-Jährige neben Frankreich auch in Deutschland und der Schweiz Einbrüche verübt und saß in allen drei Ländern in Haft. Der gebürtige Straßburger wurde im Anschluss nach Frankreich abgeschoben.

+++ 11.31 Uhr: Kramp-Karrenbauer: „Schockiert über Bilder aus Strasburg“ +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt sich auf Twitter schockiert über die Ereignisse in Strasburg. Sie verspricht: „Stehen an der Seite unserer französischen Freunde.“

+++ 11.29 Uhr: Frankreichs Innenminister besucht die Innenstadt +++

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner macht sich bei einem Besuch der Straßburger Innenstadt ein Bild von der Lage in der Stadt. Seine Tour dokumentiert Castaner auf Twitter:

+++ 11.21 Uhr: Flüchtiger Täter bei Schusswechsel an Arm verletzt +++

Wie der „Figaro“ berichtet, wurde der Tatverdächtige bei dem Schusswechsel mit Sicherheitskräften am Dienstagabend offenbar am Arm verletzt. Derzeit suchen demnach 420 Spezialkräfte nach dem mutmaßlichen Angreifer.

+++ 11.15 Uhr: Tatverdächtiger mehrfach wegen Einbruchs verurteilt +++

Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg wurde nach Kenntnis der deutschen Justiz mehrfach bereits wegen Einbrüchen verurteilt - auch für einen Einbruch in Mainz.

Wie aus einem Urteil des Amtsgerichts Singen hervorgeht, drang der Mann 2012 gewaltsam in die Räume einer Zahnarztpraxis ein und brach einen Tresor mit zwei Geldkassetten auf, die er mitnahm. Darin befanden sich laut Gericht unter anderem Zahngold im Wert von 6572 Euro und Bargeld im Wert von 1467 Euro.

Er brach auch in eine Apotheke in Engen bei Konstanz ein. Das Amtsgericht verurteilte ihn Mitte 2016 zu zwei Jahren und drei Monaten Haft.

+++ 11.03 Uhr: Behörden korrigieren Opferzahl +++

Hingegen bisheriger Medienberichte hat die regionale Verwaltung die Opferanzahl korrigiert. Demnach seien zwei Menschen gestorben und insgesamt 14 Menschen verletzt worden.

+++ 10.58 Uhr: Parallelen zum Anschlag in Deutschland +++

Vorbestrafter Täter, Angriff auf einen Weihnachtsmarkt und viele offene Fragen – der Anschlag in Straßburg weist einige Parallelen zum Angriff auf den Berliner Breitscheidplatz auf, meint RND-Korrespondent Markus Decker.

+++ 10.20 Uhr: Keine Verbindung zwischen Straßburg und Belgien +++

Zwischen dem Anschlag in Straßburg und dem Nachbarland Belgien besteht nach Angaben des belgischen Krisenzentrums keine Verbindung. Dies sagte der belgische Justizminister Koen Geens dem Sender Radio 1, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Verbindungen zwischen Terroranschlägen in Frankreich und Belgien gegeben. Die Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 sollen von derselben Zelle der Terrormiliz Islamischer Staat begangen worden sein.

Es bestehe kein Grund, die Sicherheitsstufe in Belgien anzuheben, sagte Koens. Seit den Anschlägen auf den Flughafen und das U-Bahn-System Brüssels 2016 mit 32 Toten ist die Terroralarmstufe aber ohnehin erhöht.

+++ 10.08 Uhr: Grünen-Chef warnt vor „Gesellschaft der Angst“ +++

Grünen-Chef Robert Habeck westliche Gesellschaften warnt davor, sich von Angst leiten zu lassen. Aus Furcht vor dem Terror dürfe keine „Gesellschaft der Angst“ errichtet werden, sagte Habeck im Deutschlandfunk. Andernfalls hätten die Täter ihr Ziel erreicht. Habeck forderte, an freiheitlichen Werten, an Toleranz und an rechtsstaatlichen Verfahren und Selbstverständnis festzuhalten. „Gleichwohl muss man natürlich sagen, dass Täter, Gefährder hart unter Kontrolle genommen werden müssen.“

+++ 10.03 Uhr: Täter offenbar 27-fach vorbestraft +++

Nach Informationen der französischen Zeitung „Le Figaro“ ist der mutmaßliche Täter bereits 27-fach vorbestraft.

+++ 9.57 Uhr: Fünf Festnahmen, Täter trotzdem weiter flüchtig +++

Bereits vor dem Angriff sind nach offiziellen Angaben fünf Personen in Gewahrsam genommen worden. Was es damit genau auf sich hat, ist bislang offen. Der mutmaßliche Täter sei weiterhin flüchtig, erklärte Innenstaatssekretär Laurent Nunez im Sender France-Inter. Möglicherweise habe er sich nach Deutschland abgesetzt.

+++ 9.55 Uhr: Schweigeminute im saarländischen Landtag +++

Der saarländische Landtag hat seine Haushaltsdebatte für eine Schweigeminute unterbrochen. „Bei einer an sich zutiefst friedlichen Gelegenheit, einem Weihnachtsmarkt, kam es zu Opfern sinnloser Gewalt“, sagte Landtagspräsident Stephan Toscani (CDU) zu Beginn der Sitzung. Straßburg sei die Hauptstadt der saarländischen Partnerregion Grand Est: „Gerade in schwierigen Zeiten müssen Freunde und Nachbarn besonders zusammenhalten.“ Er habe der französischen Generalkonsulin Catherine Robinet seine Anteilnahme übermittelt.

+++ 9.47 Uhr: Keine Deutschen unter den Opfern +++

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind unter den Opfern des Anschlages in Straßburg keine Deutschen.

+++ 9.35 Uhr: Terroristischer Hintergrund nicht endgültig bestätigt +++

Obwohl Anti-Terror-Spezialisten die Ermittlungen im Fall des Anschlags in Straßburg übernommen haben, will sich das französische Innenministerium nicht auf ein terroristisches Motiv des Täters festlegen.

Ein terroristischer Hintergrund sei im Moment noch nicht sicher, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, dem Sender RTL. Der mutmaßliche Täter sei zwar polizeibekannt gewesen, allerdings bisher nicht im Zusammenhang mit Terrorismus. Er sei mehrfach im Gefängnis gewesen und dort sei auch eine Radikalisierung festgestellt worden.

+++ 9.25 Uhr: Tatverdächtiger könnte in Deutschland sein +++

Die französische Regierung schließt nicht aus, dass der Straßburger Attentäter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. „Aber was ich sagen möchte, ist, dass natürlich sofort die Grenzschließung sichergestellt wurde und Straßburg (...) abgeriegelt wurde“, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, dem Sender RTL. Dass der Täter dennoch ins benachbarte Deutschland geflohen sein könnte, könne aber nicht ausgeschlossen werden.

+++ 9.15 Uhr: Le Pen warnt vor Bedrohung durch Islamismus +++

Angesichts des tödlichen Terroranschlags in Straßburg hat die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen vor einer Bedrohung durch den Islamismus in Frankreich gewarnt. „Man muss wissen, Straßburg ist eine Festung des islamistischen Fundamentalismus“, sagte Le Pen dem Fernsehsender France 2. Ein aus dem Ausland finanzierter Salafismus breite sich im Land aus.

Sie verstehe nicht, warum man sich in ihrem Land weigere, gegen den Fundamentalismus vorzugehen, schrieb Le Pen weiter. Es handele sich um eine „tödliche Ideologie“, die binnen sechs Jahren 250 Tote und Hunderte Verletzte in Frankreich gefordert habe. Deshalb habe ihre Nationale Sammlungsbewegung ein nationales Vorgehen gegen den Terrorismus gefordert.

+++ 9.07 Uhr: Präfektur: Zahl der Verletzten steigt auf 13 +++

Bei dem tödlichen Terroranschlag in Straßburg ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der Präfektur auf 13 gestiegen. Davon seien acht schwer und fünf leichter verletzt. Zuvor war von zwölf Verletzten die Rede gewesen. Drei Menschen sind bei dem Attentat getötet worden.

Die Abriegelungsmaßnahmen in Teilen der Innenstadt wurden in der Nacht aufgehoben. Jeder sei aufgefordert, aufmerksam zu sein und sich an die Sicherheitsvorschriften zu halten, hieß es weiter.

+++ 8.49 Uhr: Augenzeugen berichten vom Moment des Anschlags +++

Augenzeugen des tödlichen Anschlags nahe dem Straßburger Weihnachtsmarkt vom Dienstagabend berichten von Schüssen, Schreien und Anweisungen von Polizisten an Passanten und Anwohner. „Ich habe gegen 19.55 Uhr zwei oder drei Schüsse gehört, dann Schreie“, erzählt der 27-jährige Yoann Bazard, der in der Innenstadt von Straßburg lebt. „Dann bin ich ans Fenster gegangen. Ich habe Menschen rennen sehen. Danach habe ich die Fensterläden geschlossen. Dann habe ich mehr Schüsse gehört, diesmal näher.“

+++ 8.25 Uhr: Tatverdächtiger wegen Diebstahls in Singen verurteilt +++

Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln. Der 29-Jährige wurde demnach vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft.

Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben, wie die dpa am Mittwoch weiter erfuhr.

+++ 8.17 Uhr: Alle Kulturveranstaltungen in Straßburg abgesagt +++

Die für heute geplanten Kultur- und Sportveranstaltungen in Straßburg wurden abgesagt. Wegen der hohen Terrorwarnstufe machen Kindergärten und Grundschulen nur Notbetreuung – Eltern wird empfohlen, ihre Kinder Zuhause zu lassen.

+++ 8.05 Uhr: Bundespolizei kontrolliert deutsche Grenzen +++

Nach dem Terroranschlag im elsässischen Straßburg kontrolliert die Bundespolizei mehrere Grenzübergänge von Deutschland nach Frankreich. Wie ein Sprecher sagte, ist die Polizei in Kehl, Iffezheim, Breisach und Rheinau im Einsatz. Pendler von Deutschland nach Frankreich müssten sich auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen, hieß es weiter.

Wie lange die Kontrollen noch andauern, sei unklar. „Wir sind auf die Kollegen in Frankreich angewiesen. Solange die Lage nicht bereinigt ist, werden wir weiter kontrollieren“, sagte der Polizeisprecher.

Nicht nur der Straßenverkehr, sondern auch der öffentliche Nahverkehr werde überprüft. Dazu zählt auch die grenzüberschreitende Tram D. Diese war in der Nacht bereits komplett gesperrt worden, inzwischen fährt sie aber wieder. Laut Polizei wird auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle des Deux Rives zwischen Kehl und Straßburg kontrolliert.

+++ 7.56 Uhr: Straßburgs Bürgermeister äußert sich zur Suche nach dem Täter +++

Straßburgs Bürgermeister Roland Ries bestätigte im Radiosender Europe 1, dass der mutmaßliche Täter immer noch gesucht werde. Auf die Frage, ob der Mann ins benachbarte Deutschland geflüchtet sein könnte, antwortetet Ries: „Die Grenze ist im Prinzip geschlossen.“ Es sei aber alles möglich, falls der Tatverdächtige ein Auto habe. Die Bundespolizei erklärte, es gebe Kontrollen an vier Grenzübergängen nach Frankreich.

Bürgermeister Ries sagt, für die Stadt beginne ein Tag der Trauer. Der Weihnachtsmarkt werde geschlossen bleiben.

Das Auswärtige Amt in Berlin bemüht sich um Informationen über Opfer in Straßburg, da der Weihnachtsmarkt auch bei Deutschen sehr beliebt ist.

+++ 7.45 Uhr: Maas erschüttert über Terroranschlag in Straßburg +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich „tief erschüttert“ über den Terroranschlag in Straßburg geäußert und die „feige Tat“ verurteilt. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen“, schrieb der SPD-Politiker am Mittwochmorgen auf Twitter. Die Bundesregierung tue alles, um den französischen Freunden beizustehen, versicherte Maas.

+++ 6.50 Uhr: Tourist unter den Opfern +++

Wie das Außenministerium in Bangkok bestätigte, handelt es sich bei einem der Todesopfer um einen Thailändischer Touristen. Der 45-Jährige war zusammen mit seiner Frau im Urlaub in Frankreich und war erst wenige Stunden zuvor eingetroffen. Nach Medienberichten starb der Thailänder durch einen Schuss in den Kopf.

+++ Krisensitzung in Paris einberufen +++

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron berief in Paris eine Krisensitzung ein. Er beriet sich am frühen Mittwochmorgen unter anderen mit Premierminister Édouard Philippe und Verteidigungsministerin Florence Parly. „Solidarität der gesamten Nation für Straßburg, unsere Opfer und ihre Familien“, schrieb Macron auf Twitter.

„Meine Gedanken sind bei den Opfern der Schießerei in Straßburg, die ich mit großer Entschiedenheit verurteile“, schrieb EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter. Straßburg sei eine symbolische Stadt für den Frieden und die europäische Demokratie. „Werte, die wir immer verteidigen werden.“ Die EU-Kommission stehe an der Seite Frankreichs.

+++ Frankreich ruft höchste Sicherheitsstufe aus +++

Die Regierung in Paris hat die höchste Warnstufe ausrufen. An vielen Orten im Land wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, Weihnachtsmärkte und Grenzübergänge stehen unter strenger Kontrolle. Auch an der deutsch-französischen Grenzübergang wurden die Kontrollen noch am Abend verschärft. Wie die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte, sei der Verkehr einer grenzüberschreitenden Straßenbahn eingestellt worden sei. „Sofern möglich vermeiden Sie bitte aktuell den Grenzübertritt im Bereich Kehl“, hieß es.

+++ Tatverdächtiger kann im Taxi entkommen +++

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen 29-Jährigen handeln, wie der Sender France Info unter Berufung auf die Polizei berichtet. Der Mann war den Behörden demnach bekannt, er soll wegen verschiedener Delikte in Frankreich und Deutschland verurteilt worden sein. Am Dienstagmorgen hätte der vermutlich radikalisierte Mann verhaftet werden sollen, er war jedoch nicht zuhause. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung hatte die Polizei unter anderem Granaten gefunden, wie France Info berichtet.

Laut der Nachrichtenagentur AFP konnte der Verdächtige nach dem Anschlag mit einem Taxi entkommen, das er gestohlen hatte. Zuvor sei er von Soldaten verletzt worden. 350 Einsatzkräfte und mehrere Hubschrauber seien an der Fahndung beteiligt.

+++ Angreifer eröffnet Feuer auf Straßburger Weihnachtsmarkt +++

Gegen 20 Uhr am Dienstagabend hat ein Verdächtiger nahe dem Weihnachtsmarkt in der Straßburger Altstadt das Feuer eröffnet. Dabei wurden drei Menschen getötet und mindestens elf weitere verletzt.

Der Täter habe an drei verschiedenen Orten in der Stadt „Terror“ verbreitet, sagte der französische Innenminister Christophe Castaner. Zwischen 20 und 21 Uhr habe er sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz geliefert. Im Anschluss konnte der Mann entkommen.

Von RND/dpa/mkr/jw/lf

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