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Deutschland / Welt Das ist über die mutmaßlichen Drahtzieher bekannt
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22:06 17.10.2018
Marcia M. soll von Rakka (Syrien) aus versucht haben, in Deutschland Frauen zu finden, die einen mutmaßlichen Attentäter zur Tarnung heiraten. Quelle: Morukc Umnaber/dpa
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Berlin

Die Sicherheitsbehörden haben nach Medienberichten in einer mehr als einjährigen Operation einen Anschlagsplan der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Deutschland durchkreuzt. Dazu hätten 2016 insgesamt drei Teams von Attentätern nach Deutschland reisen sollen, um die Tat vorzubereiten und durchzuführen. Ziel sei möglicherweise ein Musikfestival gewesen, berichteten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ gemeinsam sowie parallel dazu auch die Wochenzeitung „Die Zeit“.

Eine zentrale Rolle in der Planung sollte ein deutsches Ehepaar spielen. Sie sollten die Attentäter in Deutschland verheiraten. Fragen und Antworten über die mutmaßlichen Drahtzieher.

Wer ist das deutsche Ehepaar?

Bei dem deutschen Ehepaar handelt es sich nach den Berichten um Marcia M. (29) und Oğuz G. (39). Marcia M. konvertierte zum Islam. Beide stammen aus NiedersachsenM. aus Salzgitter, G. aus Hildesheim.

Was ist ihre Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat?

Marcia M. und Oğuz G. sollen im Herbst 2015 aus Deutschland ausgereist sein und sich dem IS angeschlossen haben.

Was war ihre Aufgabe bei der Planung des mutmaßlichen Anschlags?

Der Plan des Islamischen Staat soll es gewesen sein, drei Zellen mit potenziellen Attentätern nach Deutschland zu schleusen. In Deutschland sollten die Männer zur Tarnung verheiratet werden.

Marcia M. soll von der syrischen Stadt Rakka aus versucht haben, dafür Frauen in Norddeutschland zu rekrutieren. In ihren Chatnachrichten Ende 2016 und Anfang 2017 soll sie von mehreren „Paketen“ gesprochen haben. Die „Brüder“, die nach Deutschland kommen sollten, hätten „eine sehr wichtige Arbeit zu erledigen“.

Wie flog der mutmaßliche Plan auf?

Unwissentlich hatte M. bei ihrem Versuch, Frauen zu finden, die bereit waren, einen mutmaßlichen Attentäter zu heiraten, mit einer Person aus der norddeutschen Islamistenszene Kontakt, heißt es in den Berichten. Diese informierte demnach das Bundesamt für Verfassungsschutz. Später übernahmen das Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Auch der Zerfall des IS durchkreuzte die Anschlagspläne.

Wo befindet sich das Paar jetzt?

Oğuz G. sitzt den Angaben zufolge derzeit in einem kurdischen Gefangenenlager in Nordsyrien ein. Dort stimmte er einem Interview mit Journalisten zu. Er behauptete, seine Mitgliedschaft beim Islamischen Staat mittlerweile zu bereuen. M. befindet sich im Camp Roj, einem Lager im nordöstlichsten Zipfel Syriens.

Marcia M. und Oğuz G. sollen gegenüber den deutschen Behörden umfangreiche Angaben zu den mutmaßlichen Anschlagsplänen gemacht haben. Zuvor sollen beide gegenüber der amerikanischen CIA eine Art Lebensbeichte abgelegt haben. Beide warten demnach nun auf ihre Überstellung nach Deutschland, wo bereits Haftbefehle gegen sie erlassen wurden.

Wie steht das Paar zu den Anschlagsplänen?

G. gab in dem Interview an, zufällig in die Planungen „hineingerutscht“ zu sein. Als er vom eigentlichen Plan erfuhr, habe er versucht, „aus der Sache wieder rauszukommen“. Über die Haltung von M. wurde noch nicht berichtet. Nach dem Fall der ehemaligen IS-Hochburg Rakka im Herbst 2017 ergab sich Oğuz G. den Kurden. Die beiden wurden getrennt und auf zwei Gefängnislager verteilt.

Wer war der mutmaßliche Auftraggeber des Ehepaars?

Der Auftrag geht den Ermittlungen zufolge offenbar auf einen hochrangigen IS-Funktionär mit dem Kampfnamen Abu Mussab al-Almani zurück. Dahinter soll sich der inzwischen offenbar bei Kämpfen in Syrien zu Tode gekommene Schweizer Thomas C. verbergen, der als ranghöchster bekannter IS-Funktionär aus dem deutschsprachigen Raum galt. Er soll in der Abteilung „Externe Operationen“ gearbeitet haben. Diese plante Attacken im Ausland und wird für die Anschläge in Paris im November 2015 verantwortlich gemacht.

Von RND/ngo

Der Verfassungsschutz und das BKA haben offenbar einen Anschlag des Islamischen Staates in Deutschland verhindert. Wie mehrere Medien berichten, sollte als Anschlagsziel womöglich ein Musikfestival dienen. Als Tarnung sollten die Attentäter aus Syrien in Deutschland verheiratet werden.

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