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Deutschland / Welt De Maizière setzt auf usbekische Hilfe
Nachrichten Politik Deutschland / Welt De Maizière setzt auf usbekische Hilfe
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14:48 12.03.2012
Verteidigungsminister de Maizière sucht nach Verbündeten.
Verteidigungsminister de Maizière sucht nach Verbündeten.
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Taschkent

Verteidigungsminister Thomas de Maizière setzt auf die Unterstützung Usbekistans beim Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. „Usbekistan hat eine wichtige Rolle in der Region und könnte auch eine bedeutende Rolle bei der Organisation des Abzugs aus Afghanistan bekommen“, sagte der CDU-Politiker am Montag zum Auftakt eines Besuchs in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.

Das Land grenzt an das Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan. Schon jetzt betreibt die deutsche Luftwaffe einen Stützpunkt mit mehr als 100 Soldaten an der Grenze im usbekischen Termes, über den bisher aber keine militärische Ausrüstung transportiert werden darf.

Der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan hat Anfang des Jahres begonnen. Bis 2014 soll der Nato-Kampfeinsatz beendet werden. Eine bisher unbestimmte Zahl von Ausbildern soll aber im Land bleiben.

Usbekistan erhofft sich von einer Kooperation mit Deutschland finanzielle Vorteile und Anerkennung. Das Land steht wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. „Die Situation des Rechtsstaats und die Lage der Menschenrechte in Usbekistan ist nach unserer Auffassung unzureichend“, sagte de Maizière. Das gelte auch, wenn man niedrigere Maßstäbe als in Deutschland anlege.

De Maizière besucht zum ersten Mal die usbekische Hauptstadt. Auf seinem Programm standen Treffen mit den Ministern für Verteidigung und Auswärtiges. Am Dienstag reist er weiter nach Pakistan, wo er eine militärische Kooperationsvereinbarung abschließen will.

Die Atommacht Pakistan nimmt bei den Bemühungen um Sicherheit und Stabilität am Hindukusch eine zentrale Rolle ein. Die Anführer der wichtigsten afghanischen Aufständischen-Gruppen werden allesamt in Pakistan vermutet. Dem pakistanischen Militärgeheimdienst ISI ist wiederholt vorgeworfen worden, die Aufständischen nicht nur zu dulden, sondern mit dem extrem gefährlichen Hakkani-Netzwerk sogar zusammenzuarbeiten.

dpa/kas