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Deutschland / Welt Demonstration in Washington für Homosexuellen-Rechte
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Demonstration in Washington für Homosexuellen-Rechte
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14:31 12.10.2009
Barack Obama hat sein Versprechen erneuert, das Homosexualitätsverbot in der Armee abzuschaffen. Quelle: ddp
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Die Demonstranten bevölkerten am Sonntag die rund drei Kilometer lange National Mall zwischen Kapitol und Weißem Haus und forderten unter anderem ein Ende des Homosexualitätsverbots in der US-Armee. US-Präsident Barack Obama hatte am Samstag erneut dessen Abschaffung versprochen.

„Gleiche Rechte überall in den USA“, hieß es auf dem Spruchband, das an der Spitze des Protestzuges entrollt wurde. Überall waren Regenbogen-Fahnen und Plakate mit Aufschriften wie „Gleiche Rechte jetzt!“ zu sehen. Ein Mann trug ein T-Shirt mit dem Slogan „Zwei Väter sind besser als einer“, bei einer Frau lautete die Aufschrift „Küss’ mehr Mädchen“. Nach Angaben der Organisatoren nahmen mehr als 150.000 Menschen an der Veranstaltung teil, die Polizei wollte keine eigene Schätzung abgeben.

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Mit der Demonstration wollte die Human Rights Campaign (HRC), die größte Homosexuellen-Organisation der USA, vor allem für gleichgeschlechtliche Ehen eintreten und gegen die Benachteiligung von Homosexuellen in der Armee protestieren. In einer Rede vor den Demonstranten sagte ein ehemaliger US-Soldat, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt und dafür aus dem Militärdienst entlassen worden war: „Wir lieben unser Land, obwohl unser Land sich weigert, uns zu lieben.“

Am Samstag hatte US-Präsident Barack Obama sein Versprechen erneuert, das Homosexualitätsverbot in der Armee abzuschaffen. „Dazu habe ich mich Euch gegenüber verpflichtet“, sagte er in einer Rede auf einer Gala der HRC. „Patriotische Amerikaner, die dem Land dienen“, sollten nicht bestraft werden. Bereits im Präsidentschaftswahlkampf hatte Obama einen offenen Umgang mit Schwulen und Lesben in der US-Arme versprochen.

Derzeit gibt es im US-Militär die so genannte „Nichts fragen, nichts sagen“-Regelung, wonach Homosexuelle in der Armee dienen können, solange sie ihre sexuelle Orientierung nicht ausleben oder davon erzählen. Die Duldungsregel war in den 90er Jahren unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton eingeführt worden und hatte Homosexuellen erstmals offiziell die Möglichkeit eröffnet, in der Armee zu dienen. Seit Einführung der Regelung wurden nach Angaben von Bürgerrechtlern jedoch mehr als 12.000 Soldaten aus der US-Armee entlassen, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekannten.

Der demokratische Senator Carl Levin, der dem Wehrausschuss des Senats vorsitzt, sprach sich für ein Ende des Verbots aus. Allerdings müsse auf die Unterstützung innerhalb der Streitkräfte für die Reform geachtet werden. Die Änderungen erforderten „Bedacht und Vorsicht“, sagte Levin dem TV-Sender NBC. Der republikanische Senator Lindsey Graham sprach sich im gleichen Sender zwar nicht grundsätzlich gegen eine Aufhebung des Verbots aus; allerdings sollten solche Beschlüsse nicht auf Druck einer öffentlichen Kampagne gefasst werden.

Die Forderung nach der Aufhebung eines Gesetzes, das Ehen auf Bundesebene als Verbindung von Mann und Frau definiert, stößt dagegen auf weitaus mehr Widerstand, auch in den Reihen der Demokraten. Er halte eine Aufhebung des Gesetzes für den falschen Weg, sagte der demokratische Senator Robert Casey dem TV-Sender CNN.

afp